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Jahr: 2014

Das neue MAN

Jetzt erstrahlt es in neuem Glanz: das Archäologische Museum in Madrid. Insgesamt 65 Millionen Euro hat der Umbau gekostet, sechs Jahre hat es gedauert. Während sich am frühen Vormittag die Besucherschlangen um das Prado-Museum wickeln, herrscht am Museo Arqueológico Nacional noch Beschaulichkeit vor.

Seit April 2014 ist das MAN wieder geöffnet und zeigt in vierzig Sälen rund 13.000 Exponate aus der Geschichte der iberischen Halbinsel. Einer der Schwerpunkte ist die Zeit der römischen Herrschaft. Das Museum wurde umfangreich mit audiovisueller Technik ausgestattet, u.a. mit zwei großen Videoinstallationen im Erdgeschoss.

… ich hinterlasse diese Brücke für ewig und alle Jahrhunderte der Welt.

Die Steinbogenbrücke bei Alcantara über den Fluß Tejo nahe der portugiesischen Grenze. Von 98 bis 105 n. Chr. zur Zeit Kaiser Trajans aus Granitstein erbaut, ist sie 71m hoch, 194m lang und 8m breit. Auch heute noch rollt der Verkehr (Lkw bis 20t!) über diese eindrucksvolle Hinterlassenschaft römischer Baukunst in Spanien.

Architekt und Bauleiter der Puente de Trajano war der römische Militäringenieur Gaius Julius Lacer. Finanziert wurde der Brückenbau durch mehrere Städte in der Provinz Lusitania, die damit ihre Verkehrsinfrastruktur verbesserten. Über Lacer selbst ist nichts überliefert. Sein Handwerk hat der Mann aber verstanden und das wusste er auch. In einer Inschrift hinterließ er die Sätze:

„Ich, Gaius Iulius Lacer, berühmt durch göttliche Kunst, hinterlasse diese Brücke für ewig und alle Jahrhunderte der Welt. Auch ein Tempel ist nach dem Willen des göttlichen, römischen Kaisers errichtet worden, um Glück und Heil zu bringen für die gewaltige Brücke, dass sie nicht durch die Last verwüstet werde.“

Merida – das kleine Rom

Mérida: Veteranenkolonie, Hauptstadt der römischen Provinz Lusitania und Paradies für Freunde der römischen Antike. Die spanische Kleinstadt mit ihren rund 55.000 Einwohnern in der autonomen Provinz Extremadura lebt von ihrem reichhaltigen römischen Erbe. Seit 1993 ist die heute wieder so viele Einwohner wie zu antiken Zeiten zählende Stadt Unesco-Weltkulturerbe. Weiterlesen

Wasser für Segovia

Der Aquädukt von Segovia: Antike Wasserleitung und Renommierstück römischer Herrschaft.

„Der Aquädukt von Segovia, schreibt Georg Gerster, bildet den Schlussabschnitt des Kanals, der das Wasser des Rio Frio aus der Sierra Guadarrama über 18 Kilometer nach Segovia leitet. Um die Talsenke vor der Altstadt zu überwinden, bauten die römischen Ingenieure um die Mitte des 1. Jahrhunderts die 813 Meter lange und bis 28,5 Meter hohe Kanalbrücke. Sie prunkt mit 119 zum Teil zweigeschossigen Bogen. Diese ruhen auf Pfeilern mit einem Mantel aus mörtellos gefügten Granitquadern und einem Kern aus gegossenem antiken Beton.“ Nach einer Rekonstruktion der Inschrift durch G. Alföldy wurde der Aquädukt unter dem römischen Kaiser Domitian erbaut und bis zum Jahre 96 weitgehend fertiggestellt. Zu diesem Zeitpunkt starb Domitian unerwartet. Der letzte Akt, nämlich die Anbringung der Bauinschrift, erfolgte wohl durch Trajan, der auch Renovierungsarbeiten durchführen ließ. Weiterlesen

48 Stunden Limes

Ein sonniges und warmes Oktoberwochenende nutze ich für eine Tour entlang des Obergermanisch-Raetischen Limes in Süddeutschland. Vom Museum und Limesturm Osterburken geht es über die freigelegte Limes-Schneise mit Turm und Palisade bei Grab zum neugebauten und 2012 eröffneten Museum Ruffenhofen. Auf dem Weg zum Hotel in Aalen liegt das Limestor in Dalkingen, dass ich rechtzeitig zum Sonnenuntergang erreiche. Weiterlesen

Unterirdisch römisch

Köln war einmal eine wichtige Stadt. Als Colonia Claudia Ara Agrippinensium war Köln Hauptstadt der römischen Provinz Niedergermanien. Heute liegt das römische Erbe Kölns oft unter der Erde oder im Römisch-Germanischen Museum neben dem Dom.

Viele Geschichten sind mit den Objekten verbunden. Weiterlesen

Flottenstützpunkt Mainz

Die Geschichte von Mainz beginnt mit der Errichtung eines Legionslager um 12/13 vor Christus durch Nero Claudius Drusus, Heerführer und Stiefsohn Kaiser Augustus. Bald entsteht neben dem Legionslager die Zivilstadt Mogontiacum. Zeitweise waren vier Legionen in dem wichtigen Militärstützpunkt stationiert. In der Spätantike wird ein Kriegshafen angelegt, der eine Flotte zur Sicherung des Rheins beherbergt. Um 450 nach Christus endet die römische Herrschaft. Weiterlesen

Größe

Statue eines römischen Kaisers mit dem Kopf von Trajan vor zwei Säulen des Jupiterheiligtums aus den Tempelanlagen von Baalbek. Der Ort liegt im heutigen Libanon und gehörte seinerzeit zur römischen Provinz Syria. Ausgestellt im Berliner Pergamonmuseum.

Baalbek, die Stadt Baals, von den Griechen Heliopolis genannt. Die Römer errichteten hier die größte Tempelanlage der antiken Welt. „Baalbek – Die Säulen des Jupiter“. Folge 137 der Reihe „Schätze der Welt – Erbe der Menschheit. Deutsche Erstausstrahlung im Jahr 2000.

Caracallas Blick – Skulpturenhalle Basel

Finster blickt er uns an. Marcus Aurelius Severus Antoninus, Spitzname Caracalla, Kaiser und Brudermörder. In die Geschichtsbücher ist er als typisches Beispiel für den Cäsarenwahn eingegangen. Aber mit seinem Namen verbindet sich auch die Verleihung des römischen Bürgerrechts an die meisten freien Bewohner des Imperiums. Weiterlesen

Antike Entertainment Industrie

Gladiatoren, so schreibt Robert Knapp in seinem Buch Römer im Schatten der Geschichte, waren ausgebildete Unterhaltungskünstler, die in einer Arena zur Belustigung der Menge mit Schwertern und anderen Waffen meist paarweise gegeneinander antraten.

Wenige Gladiatoren wurden dies aus freien Stücken, die meisten waren Sklaven und wurden von ihren Besitzern in die Arenen verkauft. Ihre Manager (lanista) investierten in Ausbildung und Training der Gladiatoren, finanzierten ihren Lebensunterhalt und ihre medizinische Versorgung. An den Siegen des Gladiators und den damit verbundenen Preisgeldern der Veranstalter und Sponsoren verdienten sie kräftig mit. Wahrscheinlich auch am Verkauf von Souvenirs und Merchandising-Produkten, denn Gladiatoren waren Teil einer populären Kultur. Weiterlesen