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Aufstand der Barbaren gegen Rom

In acht Sendungen lässt der Bezahlsender History in seiner Event-Serie „Aufstand der Barbaren“ die Besten der Feinde Roms aus 700 Jahren gegen das Imperium Romanum antreten. Ab heute laufen die Sendungen mit den mitunter eigenwilligen Interpretationen und den immer tendenziösen Darstellungen im Free-TV.

Wer sind die „Barbaren“ und was wurde aus ihnen?

Hannibal Barkas (247 bis 183 v. Chr.) war vielleicht der größte Feldherr der Antike. Der Heerführer der See- und Handelsmacht Karthago brachte dem aufstrebenden Rom in den Schlachten am Trasimenischen See und bei Cannae fast vernichtende Niederlagen bei. Doch Rom blieb standhaft und vergaß nicht. In der Schlacht von Zama schlug das Heer von Publius Cornelius Scipio die Karthager unter Hannibal vollständig. Hannibal flieht, geht ins Exil und stirbt schließlich von eigener Hand bevor man ihn an Rom ausgeliefert hätte. Im dritten punischen Krieg wird Karthago schließlich zerstört.

Viriathus (180 bis 139 v. Chr.) war mehr Hirte als Krieger, doch wohl auch clever und charismatisch. Als Anführer des keltiberischen Stammes der Lusitaner gewann er mehrere Schlachten gegen römische Truppen. Fast sah es so aus, als müsste Rom Viriathus als unabhängigen Herrscher anerkennen. Doch nachtragend wie die Römer schon bei Hannibal waren, brachen sie den Frieden als sie sich im Vorteil sahen. Viriathus Unterhändler wurden von den Römern unter Quintus Servilius Caepio bestochen und ermordeten ihren Anführer. Nach seinem Tode brach der Aufstand der Keltiberer zusammen und die Römer herrschten ein paar hundert Jahre über das heutige Spanien und Portugal.

Spartacus (gestorben 71 v. Chr.) war ein römischer Sklave und Gladiator. Er brach aus der Gladiatorenschule in Capua aus und bekam schnell Zulauf von Sklaven aus der Region. Sie versetzten zwei Jahre lang den Süden des heutigen Italiens in Angst und Schrecken. Zeitweise soll sein Heer aus bis zu 200.000 Mann bestanden haben. Aus mehreren Schlachten gingen Spartacus Kämpfer als Sieger hervor, bis sie von Marcus Licinius Crassus besiegt wurden. Über 60.000 Sklaven fielen, 6.000 wurden gefangengenommen und entlang der Via Appia von Rom nach Capua gekreuzigt.

Arminius (17 v. Chr. bis 21 n. Chr.) war der Sohn eines pro-römischen Stammesführers der Cherusker aus dem Gebiet des heutigen Ostwestfalen und Niedersachsen. Er kam in jungen Jahren nach Rom und wurde römisch erzogen. Als Reiterführer der germanischen Hilfstruppen wurde er zu den Legionen des Statthalters Publius Quinctilius Varus an den Rhein versetzt. Hier wurde der römische Offizier Arminius in der Varus-Schlacht im Jahre 9 nach Chr. zum Verräter an seinen Kameraden und im 19. Jahrhundert als Hermann der Cherusker zum nationalen Mythos in Deutschland. Als einziger der „Barbaren“ schaffte er es, die römischer Herrschaft über sein Land zu verhindern. Getötet wurde er später in Stammeskonflikten von seinen Verwandten.

Boudicca (gestorben 61/62 n. Chr.) war die Frau eines römischen Klientelkönigs vom Stamme der keltischen Icener, die im heutigen England lebten. Nach dem Tod ihres Mannes wollten die Römer Boudicca als Nachfolgerin auf dem Thron nicht akzeptieren, die Situation eskalierte. Mehrere keltische Stämme im römisch besetzen Britannien erhoben sich und machten Boudicca zu ihrer Anführerin. Sie gewannen kleinere Gefechte, brannten römische Siedlungen nieder und töteten viele Zivilisten. Schließlich stellte sie der römische Feldherr Gaius Suetonius Paulinus in offener Feldschlacht und vernichtete Boudiccas Heer. Sie selbst starb vermutlich durch eigene Hand.

Achtung Zeitsprung – 300 Jahre passiert nichts …

Fritigern (erste Hälfte des 4. Jahrhunderts bis 382) war ein Feldherr der Goten. Auf der Flucht vor den Hunnen drangen sie ins römische Reich ein und besiegten den römischen Kaiser Valens 378 in der Schlacht von Adrianopel in der heutigen Türkei. Valens Nachfolger schloss mit den Goten Fritigerns Frieden und siedelte sie auf dem heutigen Balkan an. Die Goten wurden keine römischen Bürger, aber Verbündete. Als solche waren sie zur Waffenhilfe verpflichtet und kämpften unter eigenen Anführern und römischen Oberbefehl. Fritigern starb wohl schon vor dem Friedensschluss.

Alarich (370 bis 410) war vermutlich der erste Anführer der Visigoten, einem Vorläufer der Westgoten. Ähnlich wie Arminius stand er eine Zeitlang in römischen Diensten und suchte für sein Volk einen Platz im Imperium Romanum. Mal kämpfte er mit, mal gegen den römischen Feldherren Flavius Stilicho, der selbst barbarische Vorfahren hatte. Sein Vater war Vandale. 410 plünderten Alarichs Krieger Rom, was seit 800 Jahren, als der Gallier Brennus in die Stadt einfiel, nicht mehr passiert war. Nach seinem Tod bekam sein Volk ihren Platz als römische Verbündete im Südwesten des heutigen Frankreich.

Attila und Geiserich. Attila (gestorben 453 n. Chr.) war König des Kriegerverbandes der Hunnen im heutigen Ungarn. Die Kriegs- und Raubzüge seines Reiterheeres sorgten für Dynamik an Roms Grenzen. Er plünderte, erpresste Tributzahlungen und löste Fluchtbewegungen anderer Völker aus. Dann starb er und Rom war dieses Problem los. Geiserich (389 bis 477 n. Chr.) war König der germanischen Vandalen. Auf der Flucht vor den Hunnen drängten die Vandalen über den Rhein ins römische Reich und zogen später bis nach Nordafrika. Er gründete das Vandalische Reich und machte Karthago zu seiner Hauptstadt. Die Römer scheiterten daran, ihn zu besiegen und erkannten ihn als Verbündeten und eigenständigen Herrscher eines germanischen Reiches auf römischen Boden an. Im Jahr 477 starb er, sein Vandalenreich bestand noch bis etwa 533.

Sicher hätte man bei einer Serie „Aufstand der Barbaren“ auch den gallischen Heerführer Vercingetorix (2 v. Chr. bis 46 v. Chr.) berücksichtigen können, eigentlich auch Palmyras Herrscherin Zenobia (240 bis 274 n. Chr.), vielleicht sogar den Anführer des letzten jüdischen Aufstandes gegen die Römer Simon bar Kochba (gestorben 135 n. Chr.). Aber vielleicht plant History ja noch eine zweite Staffel. Titelvorschlag: Noch mehr Aufwand der Barbaren!

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