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Hadrians Cavalry Turma: Reiter Roms

Mit dem Reenactment-Event „Hadrians Cavalry Turma“ wurde letztes Wochenende im nordenglischen Carlisle der 30. Jahrestag des Hadrianswall als UNESCO-Weltkulturerbe gefeiert. Seit antiken Zeiten sind so viele römische Reiter nicht mehr zu sehen gewesen. In Form eines ritualisierten Kampfspiels, einer hippika gymnasia, zeigten die Reiter Ausrüstungen und Manöver der römischen Kavallerie. Eine Turma war in der römischen Armee eine 30 Mann starke Reitereinheit, die zu einer größeren Truppe gehörte. Eine solche Ala umfasste 500, manchmal 1000 Kavalleristen. Weitere Ausstellungen in verschiedenen Museen entlang des Hadrianswalls geben einen Einblick in das Leben und Wirken der Soldaten während der 400 Jahre, in denen das heutige England die römische Provinz Britannien war.

Und so fing alles an: Im Jahr 43 befahl Kaiser Claudius die Eroberung Britanniens und die Römer landeten mit 40.000 Legionären und Hilfstruppen im Südosten Englands. Etwa 30 Jahre später hatten sie sich bis in den Norden durchgekämpft und erreichten die Gegend der heutigen Stadt Carlisle. Dort errichteten die Römer das Kastell Uxelodunum und stationierten während der Regierungszeit Kaiser Trajans die 1000 Mann starke Reitereinheit Ala Augusta Gallorum Petriana. Sie zählte zu den Eliteeinheiten der Hilfstruppen und war die einzige Reitereinheit dieser Größe in Britannien. Ihr Kommandeur war der ranghöchste Offizier an der Nordgrenze des römischen Imperiums. Unter Kaiser Hadrian wurde diese Grenze ab dem Jahr 122 durch den später so genannten Hadrianswall befestigt. Der Wall trennte die römische Provinz Britannien vom Norden der Insel mit dem heutigen Schottland. In weniger als zehn Jahren bauten römische Soldaten die fast fünf Meter hohe Mauer mit ihren Türmen und Kastellen. Der Wall zog sich etwa 120 Kilometer von Newcastle upon Tyne im Osten bis an die Irische See im Westen.

Einen der Reiter der Ala Petriana kennt man namentlich. Flavinus, Feldzeichenträger in der Turma des Candidus, diente sieben Jahre als Reitersoldat bis er im Alter von 25 Jahren starb. Seinen Grabstein fand man 1881 im Fundament einer Kirche verbaut. Heute steht eine Nachbildung im Tullie House Museum in Carlisle. Flavinus ist ein Spitzname und leitet sich von Flavus („Der Blonde“) ab. Er stammte aus Gallien, wo die Einheit ursprünglich aufgestellt wurde. Auf dem Grabstein ist Flavinus mit einem Halsreifen abgebildet. Offenbar stammte er aus einer einflussreichen Familie seines Stammes. Über die Hintergründe seines Todes ist nichts bekannt.

In meinem Youtube-Kanal gibt es ein kleines Video über die Vorführungen von Hadrians Cavalry Turma. Die Sonderausstellung Hadrians Cavalry 2017 geht noch bis zum 10. September 2017.

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