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Trajansmärkte: Schöner shoppen?

Vor 1900 Jahren starb der römische Kaiser Trajan. Unter der Herrschaft Marcus Ulpius Trajanus erreichte das Römische Reich seine größte Ausdehnung. Innenpolitisch entfaltete Trajan im ganzen Reich eine umfangreiche Bautätigkeit: neue Städte wurden gegründet oder bekamen Stadtrechte verliehen wie die Colonia Ulpia Traiana (Xanten). Soldaten, Sklaven und Handwerker bauten Straßen und Brücken, Seehäfen und öffentliche Gebäude wie die Trajansmärkte. Die antike Shoppingmall am Rand des Trajansforums in Rom begeistert Besucher noch heute.

Die Fassade der Trajansmärkte war halbkreisförmig angelegt, die Gebäude sechs Stockwerke hoch. In den Ziegelbauten waren zahlreiche kleine und größere Räume und Hallen untergebracht. Die Straßen zwischen den Gebäuden ließ der Architekt Apollodor von Damaskus überdachen, damit die Besucher vor Regen geschützt waren. Man kann sich gut vorstellen, wie hier Händler Spitzenprodukte aus dem ganzen Imperium anpreisten. Bestes Olivenöl aus Spanien, edle Wein aus Syrien, feine Stoffe aus Hierapolis, kunstvolle Gläser aus Niedergermanien, Geschirr, Schmuck und Parfüm und vieles mehr.

Vielleicht wurde hier aber mehr verwaltet als verkauft. Die neuere Forschung geht inzwischen davon aus, das die Anlage ein Verwaltungskomplex für das Trajansforum war. Vor allem Beamte sollen hier ihre Büros gehabt haben. Die großen Säle waren dann wohl keine Lagerhallen, sondern sollen für Kulturveranstaltungen wie z.B. Lesungen genutzt worden sein. Heute jedenfalls beherbergen die Trajansmärkte das Museum der Kaiserforen. Stolz spricht die römische Kulturpolitik vom ersten Museum antiker Architektur.

Im Keller der Trajansmärkte ist eine schöne Amphorensammlung ausgestellt. In verschiedenen Größen und Formen waren sie über Jahrhunderte die Standardcontainer für den Transport und die Aufbewahrung von Getreide, Öl und Wein. Die Scherben der zerbrochenen Amphoren wurden bis ans Ende des 4. Jahrhunderts auf eine Halde geworfen. Man schätzt, dass der daraus erwachsene Monte Testaccio aus 53 Millionen Amphoren besteht.

Ein weiteres Highlight in unmittelbarer Nähe der Trajansmärkte ist die Trajanssäule. Früher stand sie zwischen den beiden Teilen der Bibliothek auf dem Trajansforum. Die Bibliothek ist längst nicht mehr da, nur die Säule ragt unverändert an ihrem angestammten Platz in die Höhe. Ihr umlaufender Fries erzählt von Trajans siegreichen Kriegen gegen die Daker. Seinerzeit sogar in Farbe.

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