Home » Germanien

Kategorie: Germanien

Pax Romana – Römer im Südwesten

Ein sonniger Sommertag in Obergermanien vor 1900 Jahren. Ein besonderer Tag. Auf dem Gelände eines großen landwirtschaftlichen Gutes versammeln sich Legionäre unter den neugierigen Blicken der Bevölkerung aus dem benachbarten vicus. Sie kommen aus dem Legionslager Argentoratum, um hier ihren Treueeid auf den Kaiser zu erneuern. Diese öffentlichen Veranstaltungen bringen nicht nur Abwechslung in den eintönigen Alltag der Soldaten und Feldarbeiter. Sie sollen auch ein Signal an die Bevölkerung sein. Pax Romana: Es herrscht Frieden im Imperium Romanum und das verdankt ihr dem Kaiser und seinen Legionären. Weiterlesen

Erkunder – Exploratori

Gewehr statt Gladius, Geländewagen statt Galopper. Ein wenig hat sich die Ausrüstung im Laufe der Zeit verändert, der Auftrag blieb aber nahezu identisch. Ob Exploratori der römischen Legion vor fast 2000 Jahren oder Erkunder der Bundeswehr in der 1980er Jahren: das Erkunden von Feind und Gelände war und ist eine der zentralen Aufgaben dieser Truppenteile.

Das es sich bei den historischen Vorbildern dieser drei Reiter um weit entfernte Vorfahren handeln könnte, ist so unwahrscheinlich nicht. Die Reiterverbände der Legionen wurden überwiegend von den Hilfstruppen gestellt, vielfach waren es Germanen.

Auf dem linken Foto stellen Reenactment Enthusiasten eine römische Reiterschwadron dar, in der Thraker aus dem Balkan dienten. Die Drachenstandarte ist bestimmt nach dem Originalfund aus dem Kastell Niederbieber gefertigt. Das einzig bisher bekannte Original einer Standarte in Drachenform wird im Haus der Archäologie in Koblenz gezeigt.

Das rechte Foto ist vor ziemlich genau 30 Jahren irgendwo um Lüneburg aufgenommen worden, als ich meinen Wehrdienst bei der 1./84 abgeleistet habe. Wir hatten zwar keine Drachenstandarte, aber dafür einen feuerspeienden Drachen im Bataillonswappen.

Mogontiacum – das römische Mainz

Mogontiacum war der größte römische Militärstandort in Obergermanien. Zwei Legionen mitsamt Hilfstruppen und Tross waren permanent hier stationiert. Außerdem war Mogontiacum ein wichtiger Stützpunkt der römischen Rheinflotte. Viele Legionen haben die antiken Mainzer im Laufe der Zeit gesehen, doch mit einem der militärischen Großverbände der Römer war die Stadt besonders verbunden: Die Legio XXII Primigenia Pia Fidelis war ab dem Jahr 93 bis Mitte des 4. Jahrhunderts hier stationiert. Sie gilt als die Mainzer Hauslegion. Einige ihrer Veteranen sind durch Inschriften auf Grabsteinen namentlich bekannt. Weiterlesen

Was bringt die Nero Ausstellung 2016 in Trier?

Nero Claudius Caesar Augustus Germanicus, berühmter und berüchtigter römischer Kaiser. Drei Trierer Museen widmen dem „singenden Antichristen, wirren Laienspieler, schlechtesten Mensch aller Zeiten, größten Verschwender der Weltgeschichte und trunkenen Tyrannen“ 2016 eine große Ausstellung. Abgesehen von der Tatsache, dass Sonderausstellungen gut für das Tourismusgeschäft sind, spricht eigentlich nichts für den Ausstellungsort Trier. Im Unterschied zum römischen Kaiser Konstantin I. – dem Trier 2007 eine große Ausstellung widmete – war Nero nie in Augusta Treverorum. Das sein Tod auch Auswirkungen auf das antike Trier hatte .. naja, das trifft auch auf andere Städte zu. Egal, interessant ist die schöne Ausstellung dennoch. Weiterlesen

Schwerter, Brot und Spiele

Es ist 4:31 Uhr und ich springe gutgelaunt aus dem Bett, nachdem das Smartphone mir 60 Sekunden lang London Calling von den Clash um die Ohren gehauen hat. Aber nicht London ruft, sondern Europas größtes Römerfest „Schwerter, Brot und Spiele“ in Xanten. Mit dem ersten Flieger geht es von Berlin nach Düsseldorf, mit dem Zug dann weiter über Duisburg nach Xanten. Der Himmel über Colonia Ulpia Traiana und dem einstigen Grenzland des römischen Reiches ist dunkelgrau, es regnet in Strömen. Das ist Germanien! Weiterlesen

Römerschlacht am Harzhorn

Rund 20.000 Artefakte hat man auf dem Feld der Römerschlacht am Harzhorn bei Seesen gefunden. Vom römischen Schuhnagel über Weltkriegsschrott bis zur Bierdose Römerpils. Bald 3.000 der Fundstücke auf dem Höhenzug am westlichen Rand des Harzes aber waren antik und datierten um die Mitte des 3. Jahrhunderts. Wohl auf dem Rückmarsch eines Feldzuges gegen Elbgermanen, kam ein vermutlich 10.000 Mann starkes römische Heer hier vorbei. Mit von der Partie waren die 4. Legion, man hat eine Pionieraxt mit dem eingeritzten Namen gefunden, sowie zwei Spezialeinheiten römischer Hilfstruppen aus Syrien und Nordafrika. Sie konnten anhand ihrer besonderen Waffen identifiziert werden. Weiterlesen

Klassizismus in Dresden

Dresden ist weit weniger vom Klassizismus geprägt als beispielsweise Berlin. Doch mit dem Schloss Albrechtsberg gelang den Preußen ein Stilexport in das überwiegend barocke Elbflorenz. Das Schloss Albrechtsberg, auch Albrechtsschloss genannt, ist eines der drei Elbschlösser am rechten Elbufer in Dresden. Weiterlesen

Römermuseum Bonn: LVR-LandesMuseum

Römermuseen in Nordrhein-Westfalen

Entlang des Rheins lagen in Nordrhein Westfalen die Römerstädte Colonia Ulpia Traiana (Xanten), Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln) und Bonna (Bonn). Heute gibt es dort bedeutende Museen mit römischen Sammlungen. Ein viertes Römermuseum besteht in Haltern am See, dem römischen Militärstandort Aliso. Einst Roms Brückenkopf zur Eroberung des freien Germaniens und letzter Militärstützpunkt auf rechtsrheinischen Gebiet. Was zeigen die Römermuseen in Nordrhein-Westfalen und lohnt sich ein Besuch? Weiterlesen

Koblenz Ehrenbreitstein

Koblenz Ehrenbreitstein: Stadtteil, Berg und Festung auf Koblenz rechter Rheinseite. Kein anderer Ort in Deutschland war so lange durchgehend eine militärische Befestigung. Bereits 1000 v. Chr. stand hier eine keltische Fliehburg, in der Spätantike ein römischer Burgus. Der letzte militärische Nutzer war die Wehrmacht, die hier Flakstellungen und einen Luftschutzbunker einrichteten. Heute dienen Festung und Festungspark Ehrenbreitstein als Ausflugsziel, Kulturzentrum und Museum. Weiterlesen

Rheinland-Pfalz Limes – Kaisergeschichten

Von Hillscheid kommend erreicht der Rheinland-Pfalz Limes die Gemeinde Arzbach zwischen Montabaur und Koblenz. Im Ort befand sich früher ein römisches Kastell, auf dem höchsten Berg der Umgebung, dem Großen Kopf, steht der rekonstruierte Wachturm Wp 1/84. Er ist schon gut zu erkennen, wenn man aus der Ortschaft herausfährt. Der auch Stefansturm genannte Wachturm wurde 1953/54 vom örtlichen Verkehrsverein gebaut und 1991 renoviert. Hier oben hat man einen tollen Ausblick auf die Umgebung. Auch eine schöne Geschichte hat sich jemand in Arzbach ausgedacht. Der spätere Kaiser Caligula soll hier geboren worden sein, als sein Vater Germanicus mit Truppen und schwangerer Frau durch die Gegend zog. Tatsächlich kamen Caligulas Schwestern Agrippina die Jüngere im Jahr 15 im späteren Köln und Drusilla im Jahr 16 beim heutigen Koblenz zur Welt. Aber die Geschichte ist mehr schön als wahr. Immerhin soll des Kaisers Spitzname Caligula von den genagelten Soldatenstiefeln der Legionäre abgeleitet sein, den caligae, welche die Rheinlegionen für den mitreisenden Sohn ihres Oberbefehlshabers Germanicus anfertigen ließen.

Hinter Arzbach knickt der Rheinland-Pfalz Limes ab und verläuft entlang der heutigen Landstraße 327 auf Bad Ems zu, überquert dort die Lahn und verläuft dann weiter durch den Naturpark Nassau nach Pohl zum wieder errichteten Kleinkastell. Oberhalb der Stadt Bad Ems befindet sich der älteste rekonstruierte Limesturm in Deutschland, der Wp 2–1. Im Jahr 1874 wurde der Wachturm zu Ehren Kaiser Wilhelm I. auf den Grundmauern des ursprünglichen Turmes wieder aufgebaut. Der Kaiser kurte gerne im seinerzeitigen Weltbad Bad Ems und verschickte von dort auch 1870 jene Depesche, die nach der redaktionellen Bearbeitung Bismarks zum Krieg führte. Der Wp 2-1 ist nicht nur der älteste Limesturm, sondern auch das erste UNESCO-Weltkulturerbe in Privatbesitz. Er steht nämlich direkt auf der Terrasse des Hotel Wintersberg. Von hier kann man über eine Schautafel gut nachverfolgen, wo damals die Grenze zwischen dem Imperium Romanum und dem Barbaricum verlief.