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Kategorie: Militär

Germanicus: Triumph ohne Sieg

Triumph ohne Sieg
Triumph ohne Sieg. Fotomontage der Germanicus-Büste in einer Videoinstallation aus der Sonderausstellung „Ich Germanicus! Feldherr Priester Superstar“ mit dem Triumphbogen des Titus auf dem Forum Romanum in Rom.

Heute vor genau 2000 Jahren war Germanicus großer Tag. Am 26. Mai 17 zog der Adoptivsohn Kaiser Tiberius im Triumphzug durch Rom, hörte den Jubel der Massen und die Gesänge seiner Legionäre. Die aber genossen den Tag sicher mehr als ihr Feldherr. Die Rachefeldzüge gegen die germanischen Stämme unter Arminius waren verlustreich und nur teilweise von Erfolg gekrönt. Ein Sieg blieb aus.

Die Geduld des Kaisers war am Ende und mit ihr der Feldzug. Tiberius rief seinen erklärten Nachfolger zurück und befahl den Rückzug über den Rhein. Der gewährte Triumph diente mehr zur Gesichtswahrung für den Hoffnungsträger des Kaiserhauses und war vor allem eine Propagandaschau fürs Volk. Ein Triumph ohne Sieg. Zwei Jahre später starb Germanicus auf politischer Mission in Antiochia im Osten des römischen Reiches. Die Umstände seines Todes wurden nie gänzlich geklärt und lösten große Betroffenheit in der Bevölkerung aus.

Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien. Sonderausstellung im LWL-Römermuseum in Haltern am See vom 2.6. bis 5.11.2017. Der Begleitband zur Ausstellung ist in der Reihe Zaberns Bildbände zur Archäologie erschienen.

Natale di Roma 2017 – Roms 2770. Geburtstag

Jedes Jahr feiert Rom seine Gründung: Natale di Roma! Dieses Jahr wird das Haupt der Welt 2770 Jahre alt. Der Sage nach sollen Romulus und Remus die Stadt am 21. April 753 vor Christus gegründet haben.

Der Stadtgeburtstag wird seit etwa fünfzehn Jahren um den 21. April herum durch einen historischen Umzug bereichert, den die Gruppo Storico Romano ehrenamtlich organisiert. Beim Circus Maximus beginnt die Parade, zieht am Marcellus Theater vorbei und biegt am Nationaldenkmal in die Via dei Fori Imperiali ein. Unter den Blicken römischer Kaiser und Feldherren marschieren die Darsteller der zahlreichen Reenactment-Gruppen dann mit dem Beifall des Publikums auf das Kolosseum zu.

In diesem Jahr waren nach Angaben der Veranstalter geschätzte 300.000 Zuschauer und 2000 Mitwirkende aus 10 Ländern dabei. Die meisten kamen aus Rom und Italien, aber nicht wenige auch aus Staaten wie Deutschland, Tschechien, Frankreich, der Slowakei, Bulgarien oder Rumänien, die seinerzeit – zumindest zum Teil – römische Provinzen waren. Sogar Gruppen aus Russland und Neuseeland nahmen teil. Viele Soldaten der verschiedenen römischen Legionen waren zu sehen, Angehörige der Hilfstruppen, auch Mitglieder der Prätorianergarde des Kaisers. Zwischen den Militärs zeigten sich Senatoren, Tänzerinnen und Vestalinnen, einige Gladiatoren zogen in der Parade mit und irgendwo war auch der Kaiser selbst samt Ehefrau dabei.

In meinem Youtube-Kanal gibt es auch ein Video des Umzuges.

Römermuseen in Baden Württemberg

Große Teile des heutigen Baden Württembergs gehörten 200 Jahre lang zu den römischen Provinzen Obergermanien und Raetien. Das römische Erbe lässt sich in verschiedenen Museen erleben. Was zeigen die Römermuseen in Baden Württemberg und lohnt sich ein Besuch? Weiterlesen

Aufstand der Barbaren gegen Rom

In acht Sendungen lässt der Bezahlsender History in seiner Event-Serie „Aufstand der Barbaren“ die Besten der Feinde Roms aus 700 Jahren gegen das Imperium Romanum antreten. Ab heute laufen die Sendungen mit den mitunter eigenwilligen Interpretationen und den immer tendenziösen Darstellungen im Free-TV.

Wer sind die „Barbaren“ und was wurde aus ihnen?

Hannibal Barkas (247 bis 183 v. Chr.) war vielleicht der größte Feldherr der Antike. Der Heerführer der See- und Handelsmacht Karthago brachte dem aufstrebenden Rom in den Schlachten am Trasimenischen See und bei Cannae fast vernichtende Niederlagen bei. Doch Rom blieb standhaft und vergaß nicht. In der Schlacht von Zama schlug das Heer von Publius Cornelius Scipio die Karthager unter Hannibal vollständig. Hannibal flieht, geht ins Exil und stirbt schließlich von eigener Hand bevor man ihn an Rom ausgeliefert hätte. Im dritten punischen Krieg wird Karthago schließlich zerstört. Weiterlesen

Römerhalle Bad Kreuznach: Luxus auf dem Lande

Den Südhang des Ellerbachtals in Obergermanien hat sich ein reicher Römer im 2. Jahrhundert als Bauplatz für seinen Landsitz ausgesucht. Die Reste seiner Palastvilla mit mehr als 50 Räumen sind im heutigen Bad Kreuznach zu besichtigen. Von dem mehrgeschossigen Gebäudekomplex um einen Innenhof sind nur noch Grundmauern vorhanden. Eindrucksvoll sind jedoch die beiden großen Mosaike. Sie kann man in der sogenannten Römerhalle Bad Kreuznach besichtigen. Weiterlesen

Simon Scarrows Adler-Serie in XIIII Tweets

Der britische Autor Simon Scarrow veröffentlicht seit 2001 Romane über die Abenteuer der beiden römischen Soldaten Quintus Licinius Cato und Lucius Cornelius Macro. Die Adler-Serie beginnt im Jahr 42 n. Chr. in Germanien. Scarrow lässt seine beiden Romanhelden in vielen Provinzen des römischen Reiches, vor allem aber in Britannien, unter dem Adler Roms kämpfen.

Was bislang geschah im Schnelldurchgang: Weiterlesen

Capua, Crassus und Co.

Da holt man junge Menschen aus Kriegsgebieten, bringt sie in Brot und Arbeit, sorgt für eine gute Ausbildung, eröffnet ihnen eine neue Perspektive für ihr Leben. Und was ist der Dank? Sie sind damit unzufrieden, radikalisieren sich, werden gewalttätig, brechen einen Aufstand vom Zaun und stürzen eine ganze Region ins Chaos. Ist es denn die Schuld der Römer, das die Barbaren ihr Schicksal nicht annehmen wollen? Wird nicht Vergil schreiben: „Du aber, Römer, gedenke die Völker der Welt zu beherrschen und schaffe Gesittung und Frieden.“ Weiterlesen

Römisches Lapidarium im Neuen Schloss in Stuttgart

Römisches Lapidarium im Neuen Schloss in Stuttgart: Hier werden etwa 100 Steindenkmäler aus der römische Zeit Südwestdeutschlands präsentiert. Die ausgestellten Skulpturen, Reliefs und Inschriftensteine stammen aus der Mitte des 1. bis um die Mitte des 3. Jahrhunderts nach Christus. Große Teile des heutigen Baden Württembergs gehörten damals zu den römischen Provinzen Obergermanien und Raetien. Weiterlesen

Pax Romana – Römer im Südwesten

Ein sonniger Sommertag in Obergermanien vor 1900 Jahren. Ein besonderer Tag. Auf dem Gelände eines großen landwirtschaftlichen Gutes versammeln sich Legionäre unter den neugierigen Blicken der Bevölkerung aus dem benachbarten vicus. Sie kommen aus dem Legionslager Argentoratum, um hier ihren Treueeid auf den Kaiser zu erneuern. Diese öffentlichen Veranstaltungen bringen nicht nur Abwechslung in den eintönigen Alltag der Soldaten und Feldarbeiter. Sie sollen auch ein Signal an die Bevölkerung sein. Pax Romana: Es herrscht Frieden im Imperium Romanum und das verdankt ihr dem Kaiser und seinen Legionären. Weiterlesen

Erkunder – Exploratori

Gewehr statt Gladius, Geländewagen statt Galopper. Ein wenig hat sich die Ausrüstung im Laufe der Zeit verändert, der Auftrag blieb aber nahezu identisch. Ob Exploratori der römischen Legion vor fast 2000 Jahren oder Erkunder der Bundeswehr in der 1980er Jahren: das Erkunden von Feind und Gelände war und ist eine der zentralen Aufgaben dieser Truppenteile.

Das es sich bei den historischen Vorbildern dieser drei Reiter um weit entfernte Vorfahren handeln könnte, ist so unwahrscheinlich nicht. Die Reiterverbände der Legionen wurden überwiegend von den Hilfstruppen gestellt, vielfach waren es Germanen.

Auf dem linken Foto stellen Reenactment Enthusiasten eine römische Reiterschwadron dar, in der Thraker aus dem Balkan dienten. Die Drachenstandarte ist bestimmt nach dem Originalfund aus dem Kastell Niederbieber gefertigt. Das einzig bisher bekannte Original einer Standarte in Drachenform wird im Haus der Archäologie in Koblenz gezeigt.

Das rechte Foto ist vor ziemlich genau 30 Jahren irgendwo um Lüneburg aufgenommen worden, als ich meinen Wehrdienst bei der 1./84 abgeleistet habe. Wir hatten zwar keine Drachenstandarte, aber dafür einen feuerspeienden Drachen im Bataillonswappen.