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Kategorie: Römer

Trajansmärkte: Schöner shoppen?

Vor 1900 Jahren starb der römische Kaiser Trajan. Unter der Herrschaft Marcus Ulpius Trajanus erreichte das Römische Reich seine größte Ausdehnung. Innenpolitisch entfaltete Trajan im ganzen Reich eine umfangreiche Bautätigkeit: neue Städte wurden gegründet oder bekamen Stadtrechte verliehen wie die Colonia Ulpia Traiana (Xanten). Soldaten, Sklaven und Handwerker bauten Straßen und Brücken, Seehäfen und öffentliche Gebäude wie die Trajansmärkte. Die antike Shoppingmall am Rand des Trajansforums in Rom begeistert Besucher noch heute. Weiterlesen

Römisches Nationalmuseum: Diokletiansthermen

„Treten wir ein, so nimmt uns ein gelinde geheizter Saal auf, aus dem uns eine keineswegs unangenehme Wärme entgegen kommt, sehr groß, beiderseits abgerundet und hinter diesem zur Rechten ein sehr freundliches Gemach, das bequeme Gelegenheit bietet, sich zu salben, und das beiderseits mit phrygischen Marmor verzierte Eingänge hat, die von der Palästra her Eintretenden aufzunehmen. Dem folgt darauf ein Saal, der von allen der schönste ist, auch er bis oben an die Decke von phrygischen Marmor schimmernd; sehr behaglich darin herumzustehen und zu sitzen und ohne Schaden nach dem Bade zu verweilen, und sehr geeignet, sich darin massieren zu lassen. Daran schließt der geheizte, mit numidischen Marmor ausgelegte Durchgangsraum. Der innere Saal endlich ist prächtig, von reichem Licht durchflutet und bunt wie mit Purpur gefärbt.“ Was der Grieche Lukianos im zweiten Jahrhundert über eine römische Badeanlage geschrieben hat, spiegelt sich auch in der Rekonstruktionszeichnung der Diokletiansthermen des französischen Architekten Paulin aus dem 19. Jahrhundert wieder. Weiterlesen

Wandern am Hadrianswall

Wandern am Hadrianswall. Im Northumberland-Nationalpark zwischen den römischen Kastellen Birdoswald und Chesters ist der Hadrianswall am schönsten. Wer die 135 Kilometer des Fernwanderweges nicht zur Gänze abwandern will, kann sich hier die Rosinen der Strecke herauspicken. Von der einst fünf Meter hohen Mauer mit den Türmen und Kastellen sind hier die Grundmauern gut erhalten. Sie ziehen sich teils schnurgerade, teils der Geländelage folgend durch die hügelige Landschaft Nordenglands. Sonne, Wind und Regen sind wechselnde Begleiter der Wanderer und Besucher des römischen Grenzwalls, Schafe und Kühe sind immer irgendwo dabei am einstigen nördlichen Rand des Imperium Romanum. Weiterlesen

Hadrians Cavalry Turma: Reiter Roms

Mit dem Reenactment-Event „Hadrians Cavalry Turma“ wurde letztes Wochenende im nordenglischen Carlisle der 30. Jahrestag des Hadrianswall als UNESCO-Weltkulturerbe gefeiert. Seit antiken Zeiten sind so viele römische Reiter nicht mehr zu sehen gewesen. In Form eines ritualisierten Kampfspiels, einer hippika gymnasia, zeigten die Reiter Ausrüstungen und Manöver der römischen Kavallerie. Eine Turma war in der römischen Armee eine 30 Mann starke Reitereinheit, die zu einer größeren Truppe gehörte. Eine solche Ala umfasste 500, manchmal 1000 Kavalleristen. Weitere Ausstellungen in verschiedenen Museen entlang des Hadrianswalls geben einen Einblick in das Leben und Wirken der Soldaten während der 400 Jahre, in denen das heutige England die römische Provinz Britannien war. Weiterlesen

Palazzo Massimo alle Terme: Römisches Nationalmuseum

Zentral am Hauptbahnhof Roma Termini gelegen, präsentiert der Palazzo Massimo alle Terme auf 4 Stockwerken eine der weltweit wichtigsten Sammlungen römischer Antiquitäten. Das Gebäude im Stil der Spätrenaissance ist neben dem Palazzo Altemps und den Diokletiansthermen einer der bedeutendsten Standorte des Römischen Nationalmuseums. Neben all den Gattinnen, Göttern und Gelehrten im Palazzo Massimo alle Terme zählen zwei hellenistische Bronzestatuen aus dem ersten oder zweiten Jahrhundert v. Chr. zu den bedeutendsten Stücken des Museums. Vielleicht sind sie sogar noch älter, auf jeden Fall sind sie selten. Weiterlesen

Palazzo Altemps: Römisches Nationalmuseum

Der Palazzo Altemps ist einer der fünf Standorte des Museo Nazionale Romano in Rom. Neben dem Palazzo Massimo alle Terme beherbergt der Renaissance-Palast einige der wohl schönsten antiken Statuen und Büsten des Nationalmuseums. Viele stammen aus der Sammlung Ludovisi. Die marmornen Götter, Gelehrten und Kaiser sehen schön aus und stehen im Palazzo Altemps würdevoll herum, hatten es aber faustdick hinter den Ohren. Weiterlesen

Römermuseum Weißenburg Limes Infozentrum

Seit März hat das Römermuseum Weißenburg wieder geöffnet. Zwei Jahre wurden das Gebäude renoviert, die Ausstellungsstücke restauriert und die Ausstellung neu konzipiert. Auch die bekanntesten Museumsstücke sind wieder zu sehen: Der Weißenburger Römerschatz. Während der Alamanneneinfälle Mitte des 3. Jahrhunderts wurden bronzene Götterfiguren, Teile von Paraderüstungen und andere Wertgegenstände vergraben. Ob ein Tempelpriester die wertvollen Stücke versteckte oder ein Dieb sie zwischenlagerte ist unklar. Klar ist, dass ein Lehrer sie Ende der 1970er Jahren fand, als er im Garten ein Spargelbeet anlegen wollte.

Die Paraderüstungen gehörten Soldaten der Ala I Hispanorum Auriana, einer 500 Mann starken Reitereinheit, die in Biriciana stationiert waren. Vielleicht den Unterführern einer Reiterschwadron Flavius Reaticus oder Primus Saturninus, vielleicht sogar einem Kommandeur der Ala wie Marcus Insteius Coelenus. Ihre Namen kennt man aus Grabinschriften, Weiheinschriften und Entlassungsurkunden. In einer Helmmaske sind mehrere Besitzerinschriften erhalten. Ähnliche Stücke hat man auch an anderen Standortes gefunden. Das Kastell wurde vermutlich um das Jahr 90 angelegt, um die römische Provinz Raetien zu sichern. Um die Mitte des 2. Jahrhunderts wurde das Holz-Erde-Kastell durch ein Steinkastell ersetzt. Wohl um 253/254 nach Chr. wurden Kastell und Zivilstadt durch einfallende Alamannen zerstört.

RömerMuseum Weißenburg und Limes-Informationszentrum, Martin-Luther-Platz 3-5, 91781 Weißenburg in Bayern. Geöffnet vom 15. März bis 30. Dezember täglich 10:00 – 17:00 Uhr. Eintritt regulär 6 Euro.

Germanicus: Triumph ohne Sieg

Triumph ohne Sieg
Triumph ohne Sieg. Fotomontage der Germanicus-Büste in einer Videoinstallation aus der Sonderausstellung „Ich Germanicus! Feldherr Priester Superstar“ mit dem Triumphbogen des Titus auf dem Forum Romanum in Rom.

Heute vor genau 2000 Jahren war Germanicus großer Tag. Am 26. Mai 17 zog der Adoptivsohn Kaiser Tiberius im Triumphzug durch Rom, hörte den Jubel der Massen und die Gesänge seiner Legionäre. Die aber genossen den Tag sicher mehr als ihr Feldherr. Die Rachefeldzüge gegen die germanischen Stämme unter Arminius waren verlustreich und nur teilweise von Erfolg gekrönt. Ein Sieg blieb aus.

Die Geduld des Kaisers war am Ende und mit ihr der Feldzug. Tiberius rief seinen erklärten Nachfolger zurück und befahl den Rückzug über den Rhein. Der gewährte Triumph diente mehr zur Gesichtswahrung für den Hoffnungsträger des Kaiserhauses und war vor allem eine Propagandaschau fürs Volk. Ein Triumph ohne Sieg. Zwei Jahre später starb Germanicus auf politischer Mission in Antiochia im Osten des römischen Reiches. Die Umstände seines Todes wurden nie gänzlich geklärt und lösten große Betroffenheit in der Bevölkerung aus.

Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien. Sonderausstellung im LWL-Römermuseum in Haltern am See vom 2.6. bis 5.11.2017. Der Begleitband zur Ausstellung ist in der Reihe Zaberns Bildbände zur Archäologie erschienen.

Ara Pacis Augustae: Altar des Friedens des Augustus

„Mit neunzehn Jahren habe ich aus privater Initiative und aus eigenen Mitteln ein Heer aufgestellt, mit dem ich dem Staatswesen, das durch die Gewaltherrschaft einer politischen Machtgruppe unterdrückt wurde, die Freiheit wiedergab.“

Tja, da werden die meisten von uns wohl nicht mithalten können. Augustus war ein Meister der öffentlichen Darstellung und die „Die Taten des vergöttlichten Augustus“, die Res Gestae Divi Augusti, sind in diesem Sinne von ihm verfasst worden. Das der Text heute die Außenmauer des Museums schmücken kann, ist einem glücklichen Umstand zu verdanken: Teile von Kopien in verschiedenen Orten des Imperium Romanum blieben erhalten.

Die Ara Pacis Augustae, der Altar des Friedens des Augustus, gilt als das erste Denkmal einer öffentlichen politischen Selbstdarstellung eines römischen Herrschers. Der römische Senat gab ihn 13 vor Chr. in Auftrag und widmete ihn Kaiser Augustus, der nach seinen Siegen über iberische und gallische Stämme nach Rom zurückgekehrt war. Am Geburtstag seiner Frau Livia wurde der Altar auf dem Marsfeld am 30. Januar 9 v. Chr. eingeweiht und hatte vor allem eine Botschaft: Dank Augustus ist der jahrzehntelange Bürgerkrieg der ausgehenden Republik zu Ende, die Provinzen sind befriedet. Die Pax Augusta verspricht Stabilität, Wohlstand und eine kulturelle Blütezeit. Weiterlesen

Natale di Roma 2017 – Roms 2770. Geburtstag

Jedes Jahr feiert Rom seine Gründung: Natale di Roma! Dieses Jahr wird das Haupt der Welt 2770 Jahre alt. Der Sage nach sollen Romulus und Remus die Stadt am 21. April 753 vor Christus gegründet haben.

Der Stadtgeburtstag wird seit etwa fünfzehn Jahren um den 21. April herum durch einen historischen Umzug bereichert, den die Gruppo Storico Romano ehrenamtlich organisiert. Beim Circus Maximus beginnt die Parade, zieht am Marcellus Theater vorbei und biegt am Nationaldenkmal in die Via dei Fori Imperiali ein. Unter den Blicken römischer Kaiser und Feldherren marschieren die Darsteller der zahlreichen Reenactment-Gruppen dann mit dem Beifall des Publikums auf das Kolosseum zu.

In diesem Jahr waren nach Angaben der Veranstalter geschätzte 300.000 Zuschauer und 2000 Mitwirkende aus 10 Ländern dabei. Die meisten kamen aus Rom und Italien, aber nicht wenige auch aus Staaten wie Deutschland, Tschechien, Frankreich, der Slowakei, Bulgarien oder Rumänien, die seinerzeit – zumindest zum Teil – römische Provinzen waren. Sogar Gruppen aus Russland und Neuseeland nahmen teil. Viele Soldaten der verschiedenen römischen Legionen waren zu sehen, Angehörige der Hilfstruppen, auch Mitglieder der Prätorianergarde des Kaisers. Zwischen den Militärs zeigten sich Senatoren, Tänzerinnen und Vestalinnen, einige Gladiatoren zogen in der Parade mit und irgendwo war auch der Kaiser selbst samt Ehefrau dabei.

In meinem Youtube-Kanal gibt es auch ein Video des Umzuges.