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2000 Jahre alte Briefe aus Vindolanda

An Sulpicia Lepidina, Vindolanda: „Claudia Severa sendet ihrer Lepidina einen Gruß. Am dritten Tage vor den Iden des September bitte ich gerne, Schwester, zu meinem feierlichen Geburtstag. Mach doch, dass Du zu uns kommst. Den Tag wirst Du mir durch Dein Kommen erfreulicher machen. Grüße Deinen Cerialis. Mein Aelius und der kleine Sohn lassen grüßen. Ich hoffe auf Dich, Schwester. Es möge Dir gut gehen, Schwester, meine Seele, dann geht es auch mir gut, Du liebste. Und gehab Dich wohl.“

Der Brief von Claudia Severa gehört zu über 1000 hölzernen Schreibtäfelchen, die man im römischen Kastell Vindolanda am Hadrianswall in England gefunden hat und wieder lesbar machen konnte. Severas Geburtstagseinladung ging an die Ehefrau von Flavius Cerialis, Präfekt der um 100 nach Christus in Vindolanda stationierten 9. Bataverkohorte. Aus anderen Briefen weiß man, dass Severa die Frau von Aelius Brocchus war, Kommandant eines anderen Stützpunktes an Roms nördlichster Grenze. Weiterlesen

Römisches Nationalmuseum: Diokletiansthermen

„Treten wir ein, so nimmt uns ein gelinde geheizter Saal auf, aus dem uns eine keineswegs unangenehme Wärme entgegen kommt, sehr groß, beiderseits abgerundet und hinter diesem zur Rechten ein sehr freundliches Gemach, das bequeme Gelegenheit bietet, sich zu salben, und das beiderseits mit phrygischen Marmor verzierte Eingänge hat, die von der Palästra her Eintretenden aufzunehmen. Dem folgt darauf ein Saal, der von allen der schönste ist, auch er bis oben an die Decke von phrygischen Marmor schimmernd; sehr behaglich darin herumzustehen und zu sitzen und ohne Schaden nach dem Bade zu verweilen, und sehr geeignet, sich darin massieren zu lassen. Daran schließt der geheizte, mit numidischen Marmor ausgelegte Durchgangsraum. Der innere Saal endlich ist prächtig, von reichem Licht durchflutet und bunt wie mit Purpur gefärbt.“ Was der Grieche Lukianos im zweiten Jahrhundert über eine römische Badeanlage geschrieben hat, spiegelt sich auch in der Rekonstruktionszeichnung der Diokletiansthermen des französischen Architekten Paulin aus dem 19. Jahrhundert wieder. Weiterlesen

Eintausend Syrer in Straubing

Nein, dies ist keine aktuelle Flüchtlingsmeldung unserer Tage. Aber es war wohl eine Meldung zu der Zeit, als Straubing noch Sorviodurum hieß und ein römischer Militärstandort in der Provinz Raetien am Limes zu Germanien war.

Die 1000 Syrer waren eine Einheit römischer Hilfstruppen, die zwischen 107 und 116 n. Chr. hierher verlegt worden waren. Bei der Kohorte handelte es sich um die „cohors I Flavia Canathenorum miliaria sagittariorum“, eine teilberittene Spezialeinheit von Bogenschützen. Sie wurde in der römischen Provinz Syria im Gebiet der Stadt Canatha, dem heutigen Qanawat, aufgestellt. Schon die römische Militärbürokratie war ein Meister darin, den Begriff der „heimatnahen Verwendung“ phantasievoll auszulegen. Schließlich konzentrierten die Römer an ihrer östlichen Grenze zwischen Schwarzem und Roten Meer 10 Legionen. Der Bedarf an Truppen und Hilfstruppen war wohl da. Aber vielleicht wollte man auch die Zuverlässigkeit von Einheiten die aus der Gegend kamen, bei Unruhen nicht unnötig auf die Probe stellen. Weiterlesen