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Eight Days That Made Rome

 

Eight Days That Made Rome heißt die 8teilige Serie mit der Historikerin Bettany Hughes, die zurzeit auf dem britischen Sender Channel 5 läuft. Wie wurde das alte Rom zu der antiken Supermacht, die auch heute noch fasziniert? Bettany Hughes meint, dies auf acht Schlüsselereignisse zurückführen zu können. Dazu zählt sie u.a. den Sieg Scipios über Hannibal in der Schlacht bei Zama, durch den sich Rom gegen seinen Rivalen Karthago durchsetzte und zur führenden Macht im Mittelmeerraum aufstieg.

Mit der Folge „Hannibal’s Last Stand“ startete die durchaus sehenswerte Serie. Bettany Hughes Ausführungen sind dabei nicht frei von einer gewissen Voreingenommenheit. Das Töten von Zivilisten durch die Legionen Scipios nennt sie an einer Stelle „staatlich geförderten Terrorismus“ und sieht die Verbreitung von Angst und Schrecken als mächtigste Waffe Roms an. Das klingt durchaus passend in der heutigen Zeit mit Al Quaida und IS, hinkt aber kräftig. Publius Cornelius Scipio war wohl kaum der römische Osama bin Laden. Aus heutiger Zeit könnte man sicher von Kriegsverbrechen, manchmal auch von Völkermord sprechen. Aber eben nur aus heutiger Zeit. Vor 2000 Jahren gab es diese Maßstäbe des Denkens und Handelns nicht. Weder bei den Römern noch bei anderen Völkern. Unsere Faszination des antiken Roms liegt vielleicht eher darin, dass es eben nicht nur brutal war, sondern auch attraktiv.

Nicht umsonst fällt sogar den Mitglieder der Volksfront von Judäa in Monty Pythons Film „Das Leben des Brian“ einiges ein, was die Römer je für andere Völker getan haben: „Also gut. Mal abgesehen von der Medizin, den sanitären Einrichtungen, dem Schulwesen, Wein, der öffentlichen Ordnung, der Bewässerung, Straßen, der Wasseraufbereitung und der allgemeinen Krankenkassen, was, frage ich euch, haben die Römer je für uns getan?“ „Den Frieden gebracht.“ „Aach, Frieden? Halt die Klappe!

Alle Folgen von „Eight Days That Made Rome“ auf meinem Youtube-Kanal.

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Kaiser Augustus schenkt sich einen Tag

Heute ist der 31. August. Moment, der 31. August? Der Vormonat hatte doch auch schon 31 Tage. Müsste der August daher nicht 30 Tage haben?

Müsste schon, hat er aber nicht. Als Kaiser Augustus sich kalendarisch in dem schönen Sommermonat verewigte, wollte er nicht, dass sein Monat weniger Tage hat als der von Julius Cäsar. Verwandtschaft hin oder her. Wenn der Juli 31 Tage hat, kann der August nicht nur 30 Tage haben. Die Folge: Wer wenig hat, dem wird genommen. Der Februar schrumpfte von 29 auf 28 Tage. Immerhin: So unvernünftig, dem August 32 Tage zuzuweisen, war Cäsars Großneffe nicht.

Mehr über den Römischen Kalender erfährt man u.a. hier.

Wien und die Antike – Helden, Götter und Herrscher

Wien und die Antike? Aber ja, denn Wien ist mehr als Sissi- und Fiakerkitsch, Kaffeehaus- und Heurigengemütlichkeit. Wien ist auch Schauplatz zahlreicher Reminiszenzen an die griechisch-römische Antike. Hier gehen die europäische Antikenbegeisterung des 19. Jahrhunderts, die Spuren und Erinnerungen aus fast sechs Jahrhunderten römischer Provinzen und der Rückgriff des habsburgischen Kaisertums auf die Ausdrucksformen der römischen Kaiser seit Augustus Hand in Hand. Der Wiener Hof sah sich als „Neues Rom“ und das sollte in der Architektur seinen Ausdruck finden. Im Wien der Antike geben sich Helden, Götter und Herrscher die Klinke in die Hand. Weiterlesen

Rom – die teuerste TV-Serie

… der Welt ist jeden Dollar wert!

Heute vor 10 Jahren wurde die von HBO, der BBC und der RAI in den Cinecittà Filmstudios produzierte Fernsehserie erstmals ausgestrahlt. „Rom“ erzählt in 22 Folgen die Abenteuer der beiden ungleichen römischen Legionäre Lucius Vorenus und Titus Pullo. Vorenus macht im Militär als auch im zivilen Leben Karriere, ist klug, steht sich aber selbst im Weg. Pullo ist ein Haudrauf und man wundert sich eigentlich, das er die 22 Folgen überlebt. Weiterlesen

Grab mal in Glanum

Im Jahr 1921 begannen die ersten Ausgrabungen der antiken Stadt Glanum nahe des kleinen Städtchens Saint-Rémy-de-Provence. Heute ist Glanum eine der bedeutendsten archäologischen Stätten aus römischer Zeit in Frankreich und ein beliebtes Ausflugsziel.

Etwas außerhalb des archäologischen Parks stehen „Les Antiques“, zwei eindrucksvolle Monumente: Der Triumphbogen aus der Regierungszeit Kaiser Augustus und das Grabmal, das die drei Söhne Sextus, Lucius und Marcus zur Verehrung ihres Vaters und Großvaters um 30-20 v. Chr. errichtet haben. Offenbar hatten sich die Familiengründer, die als Statuen im Obergeschoß zu sehen sind, unter Julius Cäsar im Gallienkrieg militärische Verdienste und das römische Bürgerrecht erworben. Damit haben sie den Grundstein für den Aufstieg ihrer Familie zur lokalen Elite gelegt. Ein auch ganz eindrucksvolles Grabmal steht übrigens in Köln. Der Legionsveteranen Lucius Poblicius hat es für sich errichten lassen.

Peu à peu

Arles, südfranzösische Gemeinde und einst das kleine Rom Galliens. Nach und nach hat sich die Stadt ihre heute von vielen Touristen besuchten Kulturstätten aus römischer Zeit zugelegt. 46 v. Chr. wurde Iulia Paterna Arelate Sextanorum von Julius Caesar gegründet. Während der Zeit Kaiser Augustus wurde die Stadt ausgebaut und erhielt ein Theater und ein Forum. Da es am Hang eines Hügels errichtet wurde, brauchte das Forum eine Unterkonstruktion. Heute liegen die Reste dieser Bogengänge gut erhalten gänzlich unter der Erde. Weiterlesen

Geschichte wird von Siegern geschrieben

Geschichte wird von Siegern geschrieben. Das er Geschichte schreiben wird, weiß der junge Stammeskrieger aus dem keltischen Nemausus noch nicht. Als Cäsar im gallischen Krieg von dem verbündeten Volcae-Stamm Gefolgschaft und 500 Reiter einfordert, fällt die Entscheidung auf den jungen Adgennix Nertamaros. Er soll in den Krieg ziehen und Cäsar helfen, das noch freie Gallien gegen die Stämme des Nordens zu erobern. 30 Jahre kämpfen der junge Gallier und seine Männer auf Seiten der Römer. Vercingetorix ist längst besiegt, Cäsar inzwischen im Senat von Verschwörern ermordet worden, als dessen Adoptivsohn Octavius und jetzige Kaiser Augustus, Adgennix ehrenvoll und mit Kriegsbeute und römischen Bürgerrechten entlässt. Inzwischen hat sich das Land verändert. Adgennix Sohn Caius Adgennius Regulus führt bereits einen romanisierten Namen, trägt Tunika und Toga. Das Land wird kultivert, Straßen werden gebaut, Wein wird produziert. Adgennix Nachkommen werden eine bedeutende Familie und spielen eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Stadt. Weiterlesen

Totengräber und Friedensfürst

Am 19. August vor 2000 Jahren starb mit fast 77 Jahren der erste römische Kaiser Augustus. Geboren als Gaius Octavius in einer plebejischen Familie machte Gaius Iulius Caesar seinen Großneffen zum Haupterben. Das Testament verschaffte ihm Geld, Waffen und Soldaten. Er beendete die Bürgerkriege und ließ von der Republik nur die Fassade bestehen. Octavius begründete mit dem Prinzipat das römischer Kaisertum. Sein Aufstieg war von Brutalität, Gewalt und Skrupellosigkeit geprägt. Er regierte 40 Jahre, schuf Frieden und Wohlstand im Inneren und führte Krieg zur Expansion des Reiches. Im Alter von 35 Jahren verlieh ihm der Senat den Ehrennamen Augustus, „der Erhabene“. Weiterlesen

Museum der römischen Zivilisation

Das Museum der römischen Zivilisation kann den Zeitgeist seiner Entstehung kaum verbergen. Es liegt in Roms Stadtviertel E.U.R. (Esposizione Universale di Roma), das für die 1942 geplante Weltausstellung zum zwanzigsten Jahrestag der Machtübernahme Mussolinis errichtet wurde. Das Museum und weitere Bauten sind ein Schaukasten der faschistischen Architektur. Gerade Linien, Säulen, überhohe Räume, das Spiel mit Licht und Schatten. Eine Anlehnung an die Antike mit dem Ziel, sich selbst in diese Tradition und Größe zu stellen. Die Weltausstellung wurde wegen des Weltkrieges abgesagt und auch das Museum wurde nach einem kriegsbedingten Baustopp erst 1955 fertiggestellt und eröffnet. Weiterlesen