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Schlagwort: Denkmal

Mogontiacum – das römische Mainz

Mogontiacum war der größte römische Militärstandort in Obergermanien. Zwei Legionen mitsamt Hilfstruppen und Tross waren permanent hier stationiert. Außerdem war Mogontiacum ein wichtiger Stützpunkt der römischen Rheinflotte. Viele Legionen haben die antiken Mainzer im Laufe der Zeit gesehen, doch mit einem der militärischen Großverbände der Römer war die Stadt besonders verbunden: Die Legio XXII Primigenia Pia Fidelis war ab dem Jahr 93 bis Mitte des 4. Jahrhunderts hier stationiert. Sie gilt als die Mainzer Hauslegion. Einige ihrer Veteranen sind durch Inschriften auf Grabsteinen namentlich bekannt. Weiterlesen

Kunsthistorisches Museum Wien

Kunsthistorisches Museum Wien, nicht nur schön wenn es regnet. Für Freunde der Antike hält das Kunsthistorische Museum zwei besondere Schmankerl bereit: die Antikensammlung im Hauptgebäude am Maria-Theresien-Platz und das Ephesos Museum in der Neuen Burg. Im Jahr 1891 wurde das Museum eröffnet. Heute gehört es mit 900.000 Besuchern jährlich zu einer der meistbesuchten Wiener Sehenswürdigkeiten. Weiterlesen

Trier: 100 Jahre Weltstadt

Trier beansprucht, die älteste Stadt Deutschlands zu sein. Nach der Eroberung Galliens wird die Stadt am Ufer der Mosel um 17/16 vor Chr. im Siedlungsgebiet der keltischen Treverer als Augusta Treverorum von den Römern gegründet. Wichtigstes Zeugnis für die Datierung der Gründung der „Stadt des Augustus im Land der Treverer“ ist der Bau der ersten Brücke über die Mosella. Zunächst wird eine Holzbrücke gebaut, später folgen Brücken aus Stein wie bei der heute noch genutzten Römerbrücke in Trier.

Augusta Treverorum wird nach römischen Muster angelegt, Straßen und Häuser aus Stein werden gebaut, Tempel und öffentliche Gebäude errichtet, eine Thermenanlage und ein Amphitheater entstehen im ersten Jahrhundert. Der Lebensstil romanisiert sich, Handwerk und Handel blühen. Wein wird angebaut, die Terra Sigillata-Manufakturen produzieren feinstes Geschirr. Becher und Krüge mit Trinksprüchen („Trink mich“, „Fülle mich nochmals“ …) werden Exportschlager. Weiterlesen

Entrüstet euch!

An der Igeler Säule, pompöses römisches Grabmal und UNESCO Welterbe nahe Trier, nagt der Zahn der Zeit. Seit 2014 wird das Original restauriert. Warum aber zeitgleich auch die Kopie der 23m hohen Säule im rheinischen Landesmuseum Trier verhüllt ist, wissen die Götter. Vielleicht soll das Erscheinungsbild einheitlich sein, wie der Trierische Volksfreund süffisant anmerkte.

Nachtrag vom 7. August 2016: Seit September 2015 ist die Igeler Säule wieder zu sehen. Die Sanierungsarbeiten sind abgeschlossen und auch das Gelände rund um das Unesco-Weltkulturerbe wurde auf Vordermann gebracht. Die 100 Jahre alte Nachbildung der Säule mit originalgetreuer Bemalung im Rheinischen Landesmuseum ist leider immer noch eingerüstet.

Es ist ein Welterbe

Das UNESCO-Welterbekomitee hat in seiner 39. Sitzung heute die antike Stadt Ephesus in die Welterbeliste aufgenommen. In der römischen Kaiserzeit war die Metropole eine der bedeutendsten und mit vielleicht über 200.000 Einwohnern auch eine der größten Städte des Römischen Reiches.

Zu den großen öffentlichen Bauten gehörte auch die sogenannte Celsus-Bibliothek. Sie wurde zwischen 100 und 110 n. Chr. von Gaius Iulius Aquila für seinen Vater, den Senator Tiberius Iulius Celsus Polemaeanus, gestiftet. Das Bibliotheksgebäude ist gleichzeitig auch die Grabstätte des Celsus. Aquila finanzierte den Bau und hinterliess 25.000 Denare, aus dessen Zinsen der Unterhalt der Bibliothek, die Bezahlung des Personals und der Kauf von Büchern finanziert werden sollte. Nach heutiger Kaufkraft entspricht dies etwa 250.000 Euro. Bei dem eher geringen Betrag vielleicht kein Wunder, dass das Testament so formuliert war, das man die späteren Unterhaltungskosten dem Steuerzahler aufdrücken konnte. Zumal die Kinder oder der Nachlassverwalter auch noch 2.000 Denare aus dem Stiftungskapital entnahmen, um den Bau ohne eigene Mittel vollenden zu können. Das jährlich am Geburtstag des Celsus seine Statuen an der Fassade der Bibliothek mit Kränzen zu schmücken waren, wird dagegen wohl kein so großes Loch in die Kasse gerissen haben.

Auch damals gab es übrigens schon Diskussionen über die Motive des Stifters zwischen Eigennutz und Gemeinwohl: „Die Bibliothek wurde auf Veranlassung des Celsus gebaut“, so ein zeitgenössischer Text. „Der Sohn des Celsus zögerte nicht, diese aufwendig zu schmücken. Sieh die Mauern aus Marmor, sieh den Sarkophag des Celsus aus Marmor, sieh… Da fragt einer der Gäste den Bürger aus Ephesus: Was? Inschriften über das Leben des Celsus? Ein Sarkophag? Ist es eine öffentliche Bibliothek oder ein Denkmal des Celsus?“ O tempora, o mores (Sinngemäß: Was für Zeiten, was für Sitten), wird wohl mancher gedacht haben.

Geschichte wird von Siegern geschrieben

Geschichte wird von Siegern geschrieben. Das er Geschichte schreiben wird, weiß der junge Stammeskrieger aus dem keltischen Nemausus noch nicht. Als Cäsar im gallischen Krieg von dem verbündeten Volcae-Stamm Gefolgschaft und 500 Reiter einfordert, fällt die Entscheidung auf den jungen Adgennix Nertamaros. Er soll in den Krieg ziehen und Cäsar helfen, das noch freie Gallien gegen die Stämme des Nordens zu erobern. 30 Jahre kämpfen der junge Gallier und seine Männer auf Seiten der Römer. Vercingetorix ist längst besiegt, Cäsar inzwischen im Senat von Verschwörern ermordet worden, als dessen Adoptivsohn Octavius und jetzige Kaiser Augustus, Adgennix ehrenvoll und mit Kriegsbeute und römischen Bürgerrechten entlässt. Inzwischen hat sich das Land verändert. Adgennix Sohn Caius Adgennius Regulus führt bereits einen romanisierten Namen, trägt Tunika und Toga. Das Land wird kultivert, Straßen werden gebaut, Wein wird produziert. Adgennix Nachkommen werden eine bedeutende Familie und spielen eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Stadt. Weiterlesen

Merida – das kleine Rom

Mérida: Veteranenkolonie, Hauptstadt der römischen Provinz Lusitania und Paradies für Freunde der römischen Antike. Die spanische Kleinstadt mit ihren rund 55.000 Einwohnern in der autonomen Provinz Extremadura lebt von ihrem reichhaltigen römischen Erbe. Seit 1993 ist die heute wieder so viele Einwohner wie zu antiken Zeiten zählende Stadt Unesco-Weltkulturerbe. Weiterlesen

Wasser für Segovia

Der Aquädukt von Segovia: Antike Wasserleitung und Renommierstück römischer Herrschaft.

„Der Aquädukt von Segovia, schreibt Georg Gerster, bildet den Schlussabschnitt des Kanals, der das Wasser des Rio Frio aus der Sierra Guadarrama über 18 Kilometer nach Segovia leitet. Um die Talsenke vor der Altstadt zu überwinden, bauten die römischen Ingenieure um die Mitte des 1. Jahrhunderts die 813 Meter lange und bis 28,5 Meter hohe Kanalbrücke. Sie prunkt mit 119 zum Teil zweigeschossigen Bogen. Diese ruhen auf Pfeilern mit einem Mantel aus mörtellos gefügten Granitquadern und einem Kern aus gegossenem antiken Beton.“ Nach einer Rekonstruktion der Inschrift durch G. Alföldy wurde der Aquädukt unter dem römischen Kaiser Domitian erbaut und bis zum Jahre 96 weitgehend fertiggestellt. Zu diesem Zeitpunkt starb Domitian unerwartet. Der letzte Akt, nämlich die Anbringung der Bauinschrift, erfolgte wohl durch Trajan, der auch Renovierungsarbeiten durchführen ließ. Weiterlesen

Spree-Athen

Den Beinamen Spree-Athen verdiente sich die preußische und später deutsche Hauptstadt auch mit den im Stil der Antike verpflichteten klassizistischen Bauten. Zwischen 1815 und 1830 verwirklichte Karl Friedrich Schinkel Bauwerke wie die Neue Wache, das Schauspielhaus am Gendarmenmarkt und das Alte Museum auf der Berliner Museumsinsel. Eine preußische Akropolis sollte die 1876 fertiggestellte Nationalgalerie werden. Auch im Stil des Klassizismus errichtet sind das 1855 eröffnete Neue Museum sowie der Kolonnadenhof, das an drei Seiten von Säulengängen umschlossenes Freigelände vor dem Eingang der Alten Nationalgalerie. Weiterlesen

Centurio Marcus Caelius, MiA 9 n. Chr.

Marcus Caelius fiel im Jahr 9. n. Chr. in der Varusschlacht in Germanien. Seine sterblichen Überreste wurden nie gefunden, Missing in Action würde man heute sagen. Ein Gedenkstein erinnert an den römischen Centurio aus dem heutigen Bologna. Vor 2000 Jahren ließ sein Bruder Publius Caelius ein leeres Grab und diesen Stein errichten. Marcus Caelius war Führer einer Hundertschaft in der ersten Kohorte der 18. Legion. Das Bildnis weist den 53jährigen als einen hoch dekorierter Soldaten aus. Weiterlesen