Home » Germanicus

Schlagwort: Germanicus

Germanicus: Triumph ohne Sieg

Triumph ohne Sieg
Triumph ohne Sieg. Fotomontage der Germanicus-Büste in einer Videoinstallation aus der Sonderausstellung „Ich Germanicus! Feldherr Priester Superstar“ mit dem Triumphbogen des Titus auf dem Forum Romanum in Rom.

Heute vor genau 2000 Jahren war Germanicus großer Tag. Am 26. Mai 17 zog der Adoptivsohn Kaiser Tiberius im Triumphzug durch Rom, hörte den Jubel der Massen und die Gesänge seiner Legionäre. Die aber genossen den Tag sicher mehr als ihr Feldherr. Die Rachefeldzüge gegen die germanischen Stämme unter Arminius waren verlustreich und nur teilweise von Erfolg gekrönt. Ein Sieg blieb aus.

Die Geduld des Kaisers war am Ende und mit ihr der Feldzug. Tiberius rief seinen erklärten Nachfolger zurück und befahl den Rückzug über den Rhein. Der gewährte Triumph diente mehr zur Gesichtswahrung für den Hoffnungsträger des Kaiserhauses und war vor allem eine Propagandaschau fürs Volk. Ein Triumph ohne Sieg. Zwei Jahre später starb Germanicus auf politischer Mission in Antiochia im Osten des römischen Reiches. Die Umstände seines Todes wurden nie gänzlich geklärt und lösten große Betroffenheit in der Bevölkerung aus.

Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien. Sonderausstellung im LWL-Römermuseum in Haltern am See vom 2.6. bis 5.11.2017. Der Begleitband zur Ausstellung ist in der Reihe Zaberns Bildbände zur Archäologie erschienen.

Ara Pacis Augustae: Altar des Friedens des Augustus

„Mit neunzehn Jahren habe ich aus privater Initiative und aus eigenen Mitteln ein Heer aufgestellt, mit dem ich dem Staatswesen, das durch die Gewaltherrschaft einer politischen Machtgruppe unterdrückt wurde, die Freiheit wiedergab.“

Tja, da werden die meisten von uns wohl nicht mithalten können. Augustus war ein Meister der öffentlichen Darstellung und die „Die Taten des vergöttlichten Augustus“, die Res Gestae Divi Augusti, sind in diesem Sinne von ihm verfasst worden. Das der Text heute die Außenmauer des Museums schmücken kann, ist einem glücklichen Umstand zu verdanken: Teile von Kopien in verschiedenen Orten des Imperium Romanum blieben erhalten.

Die Ara Pacis Augustae, der Altar des Friedens des Augustus, gilt als das erste Denkmal einer öffentlichen politischen Selbstdarstellung eines römischen Herrschers. Der römische Senat gab ihn 13 vor Chr. in Auftrag und widmete ihn Kaiser Augustus, der nach seinen Siegen über iberische und gallische Stämme nach Rom zurückgekehrt war. Am Geburtstag seiner Frau Livia wurde der Altar auf dem Marsfeld am 30. Januar 9 v. Chr. eingeweiht und hatte vor allem eine Botschaft: Dank Augustus ist der jahrzehntelange Bürgerkrieg der ausgehenden Republik zu Ende, die Provinzen sind befriedet. Die Pax Augusta verspricht Stabilität, Wohlstand und eine kulturelle Blütezeit. Weiterlesen

Römerschlacht am Harzhorn

Rund 20.000 Artefakte hat man auf dem Feld der Römerschlacht am Harzhorn bei Seesen gefunden. Vom römischen Schuhnagel über Weltkriegsschrott bis zur Bierdose Römerpils. Bald 3.000 der Fundstücke auf dem Höhenzug am westlichen Rand des Harzes aber waren antik und datierten um die Mitte des 3. Jahrhunderts. Wohl auf dem Rückmarsch eines Feldzuges gegen Elbgermanen, kam ein vermutlich 10.000 Mann starkes römische Heer hier vorbei. Mit von der Partie waren die 4. Legion, man hat eine Pionieraxt mit dem eingeritzten Namen gefunden, sowie zwei Spezialeinheiten römischer Hilfstruppen aus Syrien und Nordafrika. Sie konnten anhand ihrer besonderen Waffen identifiziert werden. Weiterlesen

Rheinland-Pfalz Limes – Kaisergeschichten

Von Hillscheid kommend erreicht der Rheinland-Pfalz Limes die Gemeinde Arzbach zwischen Montabaur und Koblenz. Im Ort befand sich früher ein römisches Kastell, auf dem höchsten Berg der Umgebung, dem Großen Kopf, steht der rekonstruierte Wachturm Wp 1/84. Er ist schon gut zu erkennen, wenn man aus der Ortschaft herausfährt. Der auch Stefansturm genannte Wachturm wurde 1953/54 vom örtlichen Verkehrsverein gebaut und 1991 renoviert. Hier oben hat man einen tollen Ausblick auf die Umgebung. Auch eine schöne Geschichte hat sich jemand in Arzbach ausgedacht. Der spätere Kaiser Caligula soll hier geboren worden sein, als sein Vater Germanicus mit Truppen und schwangerer Frau durch die Gegend zog. Tatsächlich kamen Caligulas Schwestern Agrippina die Jüngere im Jahr 15 im späteren Köln und Drusilla im Jahr 16 beim heutigen Koblenz zur Welt. Aber die Geschichte ist mehr schön als wahr. Immerhin soll des Kaisers Spitzname Caligula von den genagelten Soldatenstiefeln der Legionäre abgeleitet sein, den caligae, welche die Rheinlegionen für den mitreisenden Sohn ihres Oberbefehlshabers Germanicus anfertigen ließen.

Hinter Arzbach knickt der Rheinland-Pfalz Limes ab und verläuft entlang der heutigen Landstraße 327 auf Bad Ems zu, überquert dort die Lahn und verläuft dann weiter durch den Naturpark Nassau nach Pohl zum wieder errichteten Kleinkastell. Oberhalb der Stadt Bad Ems befindet sich der älteste rekonstruierte Limesturm in Deutschland, der Wp 2–1. Im Jahr 1874 wurde der Wachturm zu Ehren Kaiser Wilhelm I. auf den Grundmauern des ursprünglichen Turmes wieder aufgebaut. Der Kaiser kurte gerne im seinerzeitigen Weltbad Bad Ems und verschickte von dort auch 1870 jene Depesche, die nach der redaktionellen Bearbeitung Bismarks zum Krieg führte. Der Wp 2-1 ist nicht nur der älteste Limesturm, sondern auch das erste UNESCO-Weltkulturerbe in Privatbesitz. Er steht nämlich direkt auf der Terrasse des Hotel Wintersberg. Von hier kann man über eine Schautafel gut nachverfolgen, wo damals die Grenze zwischen dem Imperium Romanum und dem Barbaricum verlief.

Agrippina hat Geburtstag

Männer wollen Karriere machen, müssen beruflich flexibel sein. Die Familie zieht dann oft mit und um. So war das auch schon bei den alten Römern vor 2000 Jahren, als der Großneffe Kaiser Augustus von Rom an den Rhein geschickt wurde. Er sollte von dort aus den Rachefeldzug des Imperiums gegen die Germanen führen. Germanicus war bekanntermaßen kein wirklicher Erfolg beschieden, Köln profitierte schon eher davon. Germanicus Tochter Agrippina die Jüngere kam hier im Jahr 15 oder 16 n. Chr. zur Welt und wurde eine schillernde Persönlichkeit und mächtige Frau. Manche sagen, ein Gift- und Glamour Girl. Sie heiratete später ihren Onkel, brachte ihn dann um, damit ihr Sohn Nero aus erster Ehe Kaiser werden konnte. Weiterlesen

„So lange wird Germanien nun schon besiegt“

Genau vor 2000 Jahren, im Jahr 15 n. Chr., sechs Jahre nach der Varusschlacht, stehen wieder Römer im freien Germanien. Es ist der römische Feldherr Nero Claudius Germanicus, der mit seinen Truppen den Ort der Varusschlacht betritt. „Mitten in dem freien Feld lagen die bleichenden Gebeine zerstreut oder in Haufen, je nachdem die Leute geflohen waren oder Widerstand geleistet hatten“, schreibt der römischen Historiker Tacitus. „Dabei lagen Bruchstücke von Waffen und Pferdegerippe, zugleich fanden sich an Baumstämmen angenagelte Köpfe.“ (Annalen) Weiterlesen

Alles Gute zum Muttertag …

Allen Müttern alles Gute zum Muttertag! Mütter haben und hatten es nicht immer leicht. Das wird sich auch Julia Agrippina, Tochter des Germanicus und Mutter des späteren Kaisers Nero mehr als einmal gesagt haben. Bald feiert das kölsche Mädchen und römische Mutter mit Erziehungsproblemen ihren 2000. Geburtstag.

Aus der Multimedia-Ausstellung „Kaiser, Senat und Volk“ im Archäologischen Park Xanten.