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Pax Romana – Römer im Südwesten

Ein sonniger Sommertag in Obergermanien vor 1900 Jahren. Ein besonderer Tag. Auf dem Gelände eines großen landwirtschaftlichen Gutes versammeln sich Legionäre unter den neugierigen Blicken der Bevölkerung aus dem benachbarten vicus. Sie kommen aus dem Legionslager Argentoratum, um hier ihren Treueeid auf den Kaiser zu erneuern. Diese öffentlichen Veranstaltungen bringen nicht nur Abwechslung in den eintönigen Alltag der Soldaten und Feldarbeiter. Sie sollen auch ein Signal an die Bevölkerung sein. Pax Romana: Es herrscht Frieden im Imperium Romanum und das verdankt ihr dem Kaiser und seinen Legionären.

Die Legionäre stehen meist herrum, sehen wichtig aus und schauen den Tempel-Tänzerinnen nach. Die ehren dann mit einer Aufführung den Gott Apollo, die Auguren deuten den Flug der Vögel und sagen weitere Jahre in Frieden und Wohlstand voraus. Veteranen fühlen sich an ihre eigene Dienstzeit erinnert, Kinder laufen umher und die Mutigsten versuchen, dem Feldzeichenträger mit dem Löwenfellumhang am Fell zu ziehen. Händler bieten ihre Waren an und an der Jupitersäule warten Geschäftemacher auf leichtgläubige Landeier. Der Hausherr der villa rustica sorgt für Essen und Trinken. Unruhe kommt kurz auf, als in der Menge ein Druide entdeckt wird. Für die keltische Bevölkerung sind sie heilige Männer, für die Römer Hassprediger. Ein kurzes Gerangel der Legionäre mit der Gefolgschaft des Druiden stellt die Pax Romana schnell wieder her. Heute fließt kein Blut. Auch die kleine Gladiatorengruppe ist nur auf der Durchreise. Morgen ziehen sie weiter nach Augusta Treverorum, um dort in der Arena zu kämpfen und zu unterhalten.

So hätte es gewesen sein können. Oder anders. Mein Tag beim großen Römerfest 2016 im römischen Freilichtmuseum Hechingen-Stein war nicht weniger interessant.

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