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Kategorie: Griechenland

Casa Romana – das römische Haus auf Kos

Nach dem Erdbeben von 1933 nutzten die Italiener die Zerstörungen, um das antike römische Erbe auf Kos wieder sichtbar zu machen. Der Archäologe Luciano Laurenzi und sein Team gruben u.a. die Reste einer großen römischen Villa aus dem 2. oder 3. Jahrhundert n. Chr. aus. Es stand einst nahe der Hauptstraße Decumanus Maximus und wurde wohl beim Erdbeben im Jahr 465 zerstört. Bis 1940 rekonstruierten die Archäologen die Casa Romana, die einst 37 Räume auf einer Fläche von 2300 Quadratmetern hatte und die größte römische Villa in Griechenland war. Später wurde das Gebäude als Lazarett genutzt, nach dem Krieg verfiel das Anwesen immer mehr. Der heutige gute Zustand ist umfangreichen Restaurierungsarbeiten zu verdanken, die ab dem Jahr 2000 durchgeführt wurden. Weiterlesen

Das Archäologische Museum Kos

Das archäologische Museum Kos auf der schönen Ferieninsel gefällt architektonisch und zeigt einige schöne Statuen aus griechischer und römischer Zeit. Das Atrium empfängt den Besucher mit einem beeindruckenden Bodenmosaik. Manche der Stücke wurde beim Odeon, der Casa Romana und dem Asklepios Heiligtum gefunden. Einträchtig stehen sie im Atrium und in den Sälen des Museums aus italienischer Zeit herum, doch verbindet zwei von ihnen eine finstere Geschichte. Zumindest der Mythologie nach. Weiterlesen

Ferieninsel mit Kultur: Das römische Kos

Das römische Kos ist im Stadtbild der Insel allgegenwärtig. Die Ferieninsel wenige Kilometer vor dem türkischen Bodrum hat im Laufe der letzten 2000-3000 Jahre mit Griechen, Persern, Römern, Kreuzrittern, Türken und Italienern nicht nur wechselnde Besitzer gehabt, die kleine Insel in der Ägäis wurde auch immer wieder von Erdbeben heimgesucht. Sie liegt im Bereich zweier sich verschiebender Kontinentalplatten. Zuletzt bebte es im Juli dieses Jahres. Das gerade im Vorjahr nach vierjähriger Renovierung wieder eröffnete Archäologische Museum kam glimpflich davon. Die von den Türken im 18. Jahrhundert errichtete Defterdar-Moschee gegenüber verlor ihr Minarett und auch der kleine Pavillon wurde beschädigt.

Verheerender wirkten sich frühere Erdbeben aus. Im Jahr 366 vor Christus zerstörte ein Beben die damalige Hauptstadt der Insel, worauf die Koer an neuer Stelle die Stadt Kos gründeten. In den darauffolgenden Jahrhunderten entwickelte sich die Insel zu einem reichen Handelsplatz in der Ägäis. Über 150.000 Menschen lebten dort. Heute sind es etwa 30.000, dazu kommen 70.000 Touristen. Das römische Kos entsteht ab 82 vor Christus, unter Kaiser Augustus wird die Insel dann Teil der römischen Provinz Asia. Römisches Recht und römischer Way of Life halten Einzug. Die Römer erweitern die griechische Agora zum Forum, bauen Straßen und Wasserleitungen, Tempel, Thermen und Theater. In der großen Heilanstalt vor den Toren der Stadt, dem Asklepieion, kuren Kranke und werden nach den Lehren des 406 vor Chr. auf Kos geborenen Arztes Hippokrates behandelt. Weiterlesen

Antikythera Ausstellung in Athen und Basel

“Statuen der griechischen Helden, stilvolle Lampen, Möbel von erlesener Schönheit, feinstes Geschirr: Publius Demitrios liefert Designerstücke für allerhöchste Ansprüche. Zu meinen Kunden zählen die vornehmsten Familien Roms!”

Klappern gehört zum Handwerk und das war vor 2000 Jahren im internationalen Kunsthandel auch schon so. In diesem Fall ging die Lieferung unseres römischen Händlers jedoch 70 v. Chr. vor der griechischen Insel Antikythera unter. Das Schiff kam vermutlich aus Pergamon oder Ephesos und wollte wohl in den Golf von Neapel. Sein Ziel hat das Handelsschiff nicht erreicht, es ging mit Mann und Maus und Ladung unter. Im Jahr 1900 entdeckten Schwammtaucher in gut 40 Metern Tiefe das Wrack des Schiffes und bargen nach und nach die luxuriösen Stücke. Teilweise hat sie der Meeresboden gut konserviert, teilweise sind vor allem Marmorstatuen vom Salzwasser zerfressen. Doch bei aller Wertschätzung griechischer Kunst, die griechische Lebensart lehnten viele Römer ab. Zum ersten Mal wurden Objekte des Antikythera Schatzes jetzt außerhalb Griechenlands gezeigt: in der Ausstellung “Der versunkene Schatz” im Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig. Am 27. März 2016 endet die Sonderschau.

Ein mittlerweile ganz bekanntes Objekt aus dem Schiffswrack wurde aber nicht an das Baseler Museum ausgeliehen, der sogenannte Mechanismus von Antikythera. Die Schwammtaucher entdeckten seinerzeit nicht nur Kunstgegenstände, sondern auch einen Klumpen zusammenkorrodierter Metallteile. Erst später erkannte man darin Zahnräder und Zifferblätter. Begriffe von einer astronomischen Uhr oder eines antiken Computers machten die Runde. Heute sind einige Rätsel gelöst und die Wissenschaftler sind sich einig, dass der Antikythera-Mechanismus kein bloßes Planetarium, sondern ein analoger Computer zur Vorhersage von Sonnen- und Mondfinsternissen ist. Die Zeiträume der olympischen Spiele ließen sich damit planen. Wofür man das Gerät konkret verwendet hat und welches Genie es erschuf, darüber wird aber nach wie vor spekuliert.

Das Antikythera-Gerät ist das einzige bekannte Stück antiker Zahnradmechanik und dabei in Technik und Herstellungsweise so anspruchsvoll, wie man es für dieses Zeitalter nicht vermutet hätte. Die drei größten Teile der über 80 Fragmente sind in einer Abteilung des Archäologischen Nationalmuseums in Athen ausgestellt. Das Wissenschaftsmagazin Nature hat im Jahr 2008 eine Dokumentation über das Antikythera Mechanism Research Project gedreht.

Beitrag 4/4 von meiner Athen-Reise Ende Oktober 2015.

Das klassizistische Athen

Der Klassizismus als Rezeption der griechischen Antike prägt das Bild vieler Städte wie Berlin (“Spree-Athen”), Paris, London oder auch Moskau. Auch in Athen selbst finden sich schöne Beispiele klassizistischer Architektur aus dem 19. Jahrhundert. Mit der Gründung des griechischen Staates nach dem Unabhängigkeitskrieg gegen das Osmanische Reich wurde Athen 1834 unter König Otto, einem Sohn des späteren König Ludwig I. von Bayern, Hauptstadt. Zwei Schüler des preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel, Stamatios Kleanthis und Eduard Schaubert, erhielten vom König den Auftrag, einen Masterplan für die neue Hauptstadt zu entwickeln. Weiterlesen

Menschen im Museum

Ist es nicht so: Mitunter stören (natürlich immer nur andere) Besucher in Museen oder Archäologischen Parks, stehen in Pulks zusammen, quatschen miteinander oder telefonieren und versperren einem den Blick. Oft können sie aber auch ein Motiv bereichern. Aufnahmen aus dem Archäologischen Nationalmuseum und dem Akropolismuseum sowie von verschiedenen Sehenswürdigkeiten rund um die Akropolis.

Die Chancen auf weitere Motive mit Besuchern stehen gut. Museen und archäologische Stätten erfreuen sich vielerorts steigender Beliebtheit. Einige Zahlen (Update Mai 2018):

Akropolis: ca. 1,5-2 Mio. Besucher jährlich
Akropolismuseum: 1,46 Mio. Besucher 2014

Meistbesuchtes Museum weltweit: Museum Louvre Paris, 7,4 Mio. Besucher 2016 (The Art Newspaper 2017)
Meistbesuchtes Museum in Deutschland: Deutsches Museum München, mehr als 1,44 Mio. Besucher 2014

Besuche der Museen und Ausstellungen in Deutschland: 118,1 Mio. Besuche in 2016 (Institut für Museumsforschung 2017)
Kinobesucher in Deutschland: 121,1 Mio. Besuche in 2016 (Statista 2018)
Besuche aller Spiele der 1. + 2. Fußballbundesliga: 19,3 Mio. Besuche in 2016/2017 (Deutscher Fußball-Bund)

Beitrag 2/4 von meiner Athen-Reise Ende Oktober 2015.

Griechen, Römer, HSV

Die Griechen sind ein kleines großes Völkchen, meinem geliebten Hamburger Sportverein nicht unähnlich. Auch die Farben teilen sie sich, blau und weiß. Die Hamburger fügten noch schwarz hinzu, wohl wegen der Begegnungen der letzten Jahre, die meist ein Trauerspiel waren. Beide haben in der Vergangenheit Großartiges geleistet. Die antiken Griechen haben die Demokratie erfunden, der HSV die Unabsteigbarkeit. Beide sind der Überzeugung, dass das für alle Ewigkeiten reicht. Weiterlesen