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Schlagwort: Obergermanisch-Raetische Limes

Römermuseum Weißenburg Limes Infozentrum

Seit März hat das Römermuseum Weißenburg wieder geöffnet. Zwei Jahre wurden das Gebäude renoviert, die Ausstellungsstücke restauriert und die Ausstellung neu konzipiert. Auch die bekanntesten Museumsstücke sind wieder zu sehen: Der Weißenburger Römerschatz. Während der Alamanneneinfälle Mitte des 3. Jahrhunderts wurden bronzene Götterfiguren, Teile von Paraderüstungen und andere Wertgegenstände vergraben. Ob ein Tempelpriester die wertvollen Stücke versteckte oder ein Dieb sie zwischenlagerte ist unklar. Klar ist, dass ein Lehrer sie Ende der 1970er Jahren fand, als er im Garten ein Spargelbeet anlegen wollte.

Die Paraderüstungen gehörten Soldaten der Ala I Hispanorum Auriana, einer 500 Mann starken Reitereinheit, die in Biriciana stationiert waren. Vielleicht den Unterführern einer Reiterschwadron Flavius Reaticus oder Primus Saturninus, vielleicht sogar einem Kommandeur der Ala wie Marcus Insteius Coelenus. Ihre Namen kennt man aus Grabinschriften, Weiheinschriften und Entlassungsurkunden. In einer Helmmaske sind mehrere Besitzerinschriften erhalten. Ähnliche Stücke hat man auch an anderen Standortes gefunden. Das Kastell wurde vermutlich um das Jahr 90 angelegt, um die römische Provinz Raetien zu sichern. Um die Mitte des 2. Jahrhunderts wurde das Holz-Erde-Kastell durch ein Steinkastell ersetzt. Wohl um 253/254 nach Chr. wurden Kastell und Zivilstadt durch einfallende Alamannen zerstört.

RömerMuseum Weißenburg und Limes-Informationszentrum, Martin-Luther-Platz 3-5, 91781 Weißenburg in Bayern. Geöffnet vom 15. März bis 30. Dezember täglich 10:00 – 17:00 Uhr. Eintritt regulär 6 Euro.

48 Stunden Limes

Ein sonniges und warmes Oktoberwochenende nutze ich für eine Tour entlang des Obergermanisch-Raetischen Limes in Süddeutschland. Vom Museum und Limesturm Osterburken geht es über die freigelegte Limes-Schneise mit Turm und Palisade bei Grab zum neugebauten und 2012 eröffneten Museum Ruffenhofen. Auf dem Weg zum Hotel in Aalen liegt das Limestor in Dalkingen, dass ich rechtzeitig zum Sonnenuntergang erreiche. Weiterlesen

Am Ende angefangen

Nahe dem bayerischen Regensburg, bei Hienheim an der Donau, endet der Rätische Limes und geht in den “nassen” (Donau)-Limes über. Hier im Landkreis Kelheim fängt meine kleine Tour an und geht über in den Naturpark Altmühltal. Auf dem Programm stehen die Kastelle Abusina in Eining (freigelegte Grundmauern), Vetoniana in Walting-Pfünz (rekonstruierte Türme und Mauerteile) und Celeusum bei Pförring (silhouettenhafte Nachbildung eines Tores). Die Limestürme in Hienheim und Titting-Erkertshofen nehme ich bei der Gelegenheit noch mit. Da sich der Rätische Limes bis in das Rotenbachtal bei Schwäbisch Gmünd im Osten Baden-Württembergs zieht, wo er im Anschluss an den Obergermanischen Limes beginnt, bleibt noch Spielraum für spätere Exkursionen.

Ein Video der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern erläutert, wie der Limesverlauf mit Hilfe von 3D-Laserscan dokumentiert wird. Dreidimensionale virtuelle Idealrekonstruktion von Bauwerken lassen den Limes und seine Bewohner wieder lebendig werden.

Ab Caput Limitis

Hier bei Rheinbrohl in Rheinland-Pfalz ist der Anfang des obergermanischen Limes (Caput Limitis). Der “Wp 1/1” wurde aus römischen Bruchsteinen nahe des ursprünglichen Standortes rekonstruiert. Schön die Formulierung in Wikipedia: “Für die Errichtung des 1974 in Privatinitiative nicht am ursprünglichen Standpunkt errichteten – historisch nicht korrekten – Steinturms Wp 1/1 … wurden die einst sehr gut erhaltene Wachturmstelle Wp 1/8 als Steinbruch ausgebeutet.” Da ahnt man, was der Fachmann von (solchem) privatem Engagement hält. Weiterlesen