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2000 Jahre alte Briefe aus Vindolanda

An Sulpicia Lepidina, Vindolanda: „Claudia Severa sendet ihrer Lepidina einen Gruß. Am dritten Tage vor den Iden des September bitte ich gerne, Schwester, zu meinem feierlichen Geburtstag. Mach doch, dass Du zu uns kommst. Den Tag wirst Du mir durch Dein Kommen erfreulicher machen. Grüße Deinen Cerialis. Mein Aelius und der kleine Sohn lassen grüßen. Ich hoffe auf Dich, Schwester. Es möge Dir gut gehen, Schwester, meine Seele, dann geht es auch mir gut, Du liebste. Und gehab Dich wohl.“

Der Brief von Claudia Severa gehört zu über 1000 hölzernen Schreibtäfelchen, die man im römischen Kastell Vindolanda am Hadrianswall in England gefunden hat und wieder lesbar machen konnte. Severas Geburtstagseinladung ging an die Ehefrau von Flavius Cerialis, Präfekt der um 100 nach Christus in Vindolanda stationierten 9. Bataverkohorte. Aus anderen Briefen weiß man, dass Severa die Frau von Aelius Brocchus war, Kommandant eines anderen Stützpunktes an Roms nördlichster Grenze. Weiterlesen

Magnis am Wall: Roman Army Museum

Das römische Kastell Magnis am Wall ist einer der Schauplätze des Romans „Der silberne Zweig“ von Rosemary Sutcliff. Der Truppenarzt Tiberius Lucius Justinianus wird 290 nach Christus aus der Provinz Judäa nach Britannien versetzt. Gemeinsam mit seinem Cousin, dem Centurio Marcelus Flavius Aquila, dienen sie am Hadrianswall. Flavius übernimmt das Kommando über eine dort stationierte Einheit und Justin wird der neue Garnisionsarzt. Der Roman spielt in einer Zeit, als der römische Feldherr Carausius in Britannien und der Nordküste Galliens sein eigenes kleines Sonderreich führt und von seinen rebellierenden Truppen zum Gegenkaiser Roms erhoben wurde. Etwa 10 Jahre kann sich Carausius halten und verteidigt Britannien im Süden gegen römische Truppen und im Norden gegen aufständische Barbaren. Schließlich wird er von eigenen Leuten ermordet und Rom kassiert die Insel wieder ein. In den Wirren der Geschichte taucht auch der „Adler der neunten Legion“ wieder auf, der im Roman eng mit der Familiengeschichte Aquilas verbunden ist. Weiterlesen

Wandern am Hadrianswall

Wandern am Hadrianswall. Im Northumberland-Nationalpark zwischen den römischen Kastellen Birdoswald und Chesters ist der Hadrianswall am schönsten. Wer die 135 Kilometer des Fernwanderweges nicht zur Gänze abwandern will, kann sich hier die Rosinen der Strecke herauspicken. Von der einst fünf Meter hohen Mauer mit den Türmen und Kastellen sind hier die Grundmauern gut erhalten. Sie ziehen sich teils schnurgerade, teils der Geländelage folgend durch die hügelige Landschaft Nordenglands. Sonne, Wind und Regen sind wechselnde Begleiter der Wanderer und Besucher des römischen Grenzwalls, Schafe und Kühe sind immer irgendwo dabei am einstigen nördlichen Rand des Imperium Romanum. Weiterlesen

Hadrians Cavalry Turma: Reiter Roms

Mit dem Reenactment-Event „Hadrians Cavalry Turma“ wurde letztes Wochenende im nordenglischen Carlisle der 30. Jahrestag des Hadrianswall als UNESCO-Weltkulturerbe gefeiert. Seit antiken Zeiten sind so viele römische Reiter nicht mehr zu sehen gewesen. In Form eines ritualisierten Kampfspiels, einer hippika gymnasia, zeigten die Reiter Ausrüstungen und Manöver der römischen Kavallerie. Eine Turma war in der römischen Armee eine 30 Mann starke Reitereinheit, die zu einer größeren Truppe gehörte. Eine solche Ala umfasste 500, manchmal 1000 Kavalleristen. Weitere Ausstellungen in verschiedenen Museen entlang des Hadrianswalls geben einen Einblick in das Leben und Wirken der Soldaten während der 400 Jahre, in denen das heutige England die römische Provinz Britannien war. Weiterlesen