Neueröffnung: Musee de la Romanite Nimes

Das Rom Frankreichs hat eine neue Attraktion: Das futuristische Musee de la Romanite Nimes neben dem Amphitheater in Nimes. Am 2. Juni 2018 hat es eröffnet. Entworfen wurde es von der Architektin Elizabeth de Portzamparc. Das neue Museum kann jetzt 5.000 seiner 25.000 Exponate auf knapp 10.000 qm Ausstellungsfläche zeigen. Die gewellte Struktur der Außenfassade besteht aus mehr als 6.000 Glasquadraten und soll sowohl an den Wurf einer römischen Toga als auch an römische Mosaike erinnern. Andere erinnert es an ein gläsernes Kettenhemd. Wie auch immer, schön sieht es aus. Weiterlesen

Farum Brigantium – Herkulesturm

Farum Brigantium, der römische Leuchtturm in Brigantium, dem heutigen A Coruna in Spanien, ist der älteste noch in Betrieb stehende Leuchtturm der Welt. Als er im Jahr 110 von dem Architekten Gaius Sevius Lupus entworfen wurde, markierte der Atlantische Ozean die Westgrenze des Imperium Romanum. Für die Handelsschiffe nach Gallien, Britannien und weiter in den Norden war der sogenannte Herkulesturm ein wichtiger Orientierungspunkt. Weiterlesen

Römermuseen in Bayern

Vor 2000 Jahren gehörte der südliche Teil des heutigen Bayern zur römischen Provinz Raetien. Das Erbe der Römer lässt sich in verschiedenen Museen erleben. Was zeigen die wichtigsten Römermuseen in Bayern und lohnt sich ein Besuch? Weiterlesen

Alles richtig in Augusta Raurica

Mit 19.999 anderen Besuchern war ich im letzten August beim Römerfest Augusta Raurica. Wie beim letzten Mal ist es sommerlich heiß. Wieder bin ich froh, ohne Kettenhemd oder Schienenpanzer, ohne Bären- oder Wolfsfell über einem Legionärshelm unterwegs zu sein. Wieder haben die Organisatoren ein schönes Fest im Zeichen der antiken Unterhaltungsindustrie auf die Beine gestellt. Weiterlesen

Casa Romana – das römische Haus auf Kos

Nach dem Erdbeben von 1933 nutzten die Italiener die Zerstörungen, um das antike römische Erbe auf Kos wieder sichtbar zu machen. Der Archäologe Luciano Laurenzi und sein Team gruben u.a. die Reste einer großen römischen Villa aus dem 2. oder 3. Jahrhundert n. Chr. aus. Es stand einst nahe der Hauptstraße Decumanus Maximus und wurde wohl beim Erdbeben im Jahr 465 zerstört. Bis 1940 rekonstruierten die Archäologen die Casa Romana, die einst 37 Räume auf einer Fläche von 2300 Quadratmetern hatte und die größte römische Villa in Griechenland war. Später wurde das Gebäude als Lazarett genutzt, nach dem Krieg verfiel das Anwesen immer mehr. Der heutige gute Zustand ist umfangreichen Restaurierungsarbeiten zu verdanken, die ab dem Jahr 2000 durchgeführt wurden. Weiterlesen

Das Archäologische Museum Kos

Das archäologische Museum Kos auf der schönen Ferieninsel gefällt architektonisch und zeigt einige schöne Statuen aus griechischer und römischer Zeit. Das Atrium empfängt den Besucher mit einem beeindruckenden Bodenmosaik. Manche der Stücke wurde beim Odeon, der Casa Romana und dem Asklepios Heiligtum gefunden. Einträchtig stehen sie im Atrium und in den Sälen des Museums aus italienischer Zeit herum, doch verbindet zwei von ihnen eine finstere Geschichte. Zumindest der Mythologie nach. Weiterlesen

Der Hadrianswall: Roms nördlichste Grenze

Vor 30 Jahren wurde eine der heute bekanntesten Touristenattraktionen Nordenglands von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt: der Hadrianswall. Im Jahr 2017 präsentieren zehn Museen am Wall aus diesem Anlass die Sonderausstellung Hadrians Cavalry. Einzigartiger Höhepunkt ist die Reenacment-Show Hadrians Cavalry Turma, am ersten Juli-Wochenende in Carlisle. Für mich Anlass, der einstigen Nordgrenze Roms einen Besuch abzustatten.

Mein Flieger landet gegen Mittag in Edinburg und so bleibt auf dem Weg nach Carlisle noch Zeit für einen Abstecher zum Hardknott Pass im Lake District Nationalpark. Der Pass ist bekannt für seine Steigungen von streckenweise 30 Prozent. Mich aber interessieren neben der tollen Landschaft vor allem die Reste des römischen Forts aus dem frühen 2. Jahrhundert, dass an der Passstraße liegt. Die hatten ursprünglich die Römer gebaut, um ihren Marinestützpunkt beim heutigen Ravenglass mit der Garnison in Galava, dem heutigen Ambleside, zu verbinden. Weiterlesen

Die Römer in den Straßennamen

Straßennamen sind ein Archiv der Sprache und der Geschichte. Die Wochenzeitung Die Zeit hat 450.000 Straßennamen in Deutschland in einer Datenbank erfasst und mit Google-Maps verknüpft. Die Römer haben ihre Spuren auch in den Namen von Straßen und Plätzen in Deutschland hinterlassen.

 

Rund 500 Jahre lang zog sich die Nordgrenze des Römisches Reichs quer durch Südwestdeutschland. Fast 200 Limes-Straßen und Limes-Plätze spiegeln den Verlauf des römischen Grenzwalls im heutigen Straßenbild wieder. Über 2.000 Straßen in Deutschland tragen die Römer in ihrem Namen. Vor allem in den ehemaligen Provinzen Niedergermanien, Obergermanien und Raetien finden sich Straßenamen von “Alte Römer Straße” bis “Östliche Römerstraße”. Auch an römische Kaiser wie Augustus, Trajan, Hadrian, Claudius, sogar Nero verweisen noch einige Namen von Straßen und Plätzen. Allerdings hat nicht jeder Augustusplatz im ersten Princeps seinen Namensgeber. In Leipzig ist der Augustusplatz nach dem Sachsenkönig Friedrich August benannt. Weiterlesen

2000 Jahre alte Briefe aus Vindolanda

An Sulpicia Lepidina, Vindolanda: „Claudia Severa sendet ihrer Lepidina einen Gruß. Am dritten Tage vor den Iden des September bitte ich gerne, Schwester, zu meinem feierlichen Geburtstag. Mach doch, dass Du zu uns kommst. Den Tag wirst Du mir durch Dein Kommen erfreulicher machen. Grüße Deinen Cerialis. Mein Aelius und der kleine Sohn lassen grüßen. Ich hoffe auf Dich, Schwester. Es möge Dir gut gehen, Schwester, meine Seele, dann geht es auch mir gut, Du liebste. Und gehab Dich wohl.“

Der Brief von Claudia Severa gehört zu über 1000 hölzernen Schreibtäfelchen, die man im römischen Kastell Vindolanda am Hadrianswall in England gefunden hat und wieder lesbar machen konnte. Severas Geburtstagseinladung ging an die Ehefrau von Flavius Cerialis, Präfekt der um 100 nach Christus in Vindolanda stationierten 9. Bataverkohorte. Aus anderen Briefen weiß man, dass Severa die Frau von Aelius Brocchus war, Kommandant eines anderen Stützpunktes an Roms nördlichster Grenze. Weiterlesen

Eight Days That Made Rome

 

Eight Days That Made Rome heißt die 8teilige Serie mit der Historikerin Bettany Hughes, die zurzeit auf dem britischen Sender Channel 5 läuft. Wie wurde das alte Rom zu der antiken Supermacht, die auch heute noch fasziniert? Bettany Hughes meint, dies auf acht Schlüsselereignisse zurückführen zu können. Dazu zählt sie u.a. den Sieg Scipios über Hannibal in der Schlacht bei Zama, durch den sich Rom gegen seinen Rivalen Karthago durchsetzte und zur führenden Macht im Mittelmeerraum aufstieg.

Mit der Folge “Hannibal’s Last Stand” startete die durchaus sehenswerte Serie. Bettany Hughes Ausführungen sind dabei nicht frei von einer gewissen Voreingenommenheit. Das Töten von Zivilisten durch die Legionen Scipios nennt sie an einer Stelle “staatlich geförderten Terrorismus” und sieht die Verbreitung von Angst und Schrecken als mächtigste Waffe Roms an. Das klingt durchaus passend in der heutigen Zeit mit Al Quaida und IS, hinkt aber kräftig. Publius Cornelius Scipio war wohl kaum der römische Osama bin Laden. Aus heutiger Zeit könnte man sicher von Kriegsverbrechen, manchmal auch von Völkermord sprechen. Aber eben nur aus heutiger Zeit. Vor 2000 Jahren gab es diese Maßstäbe des Denkens und Handelns nicht. Weder bei den Römern noch bei anderen Völkern. Unsere Faszination des antiken Roms liegt vielleicht eher darin, dass es eben nicht nur brutal war, sondern auch attraktiv.

Nicht umsonst fällt sogar den Mitglieder der Volksfront von Judäa in Monty Pythons Film “Das Leben des Brian” einiges ein, was die Römer je für andere Völker getan haben: “Also gut. Mal abgesehen von der Medizin, den sanitären Einrichtungen, dem Schulwesen, Wein, der öffentlichen Ordnung, der Bewässerung, Straßen, der Wasseraufbereitung und der allgemeinen Krankenkassen, was, frage ich euch, haben die Römer je für uns getan?” “Den Frieden gebracht.” “Aach, Frieden? Halt die Klappe!

Alle Folgen von “Eight Days That Made Rome” auf meinem Youtube-Kanal.

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