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Wasser für Segovia

Der Aquädukt von Segovia: Antike Wasserleitung und Renommierstück römischer Herrschaft.

“Der Aquädukt von Segovia, schreibt Georg Gerster, bildet den Schlussabschnitt des Kanals, der das Wasser des Rio Frio aus der Sierra Guadarrama über 18 Kilometer nach Segovia leitet. Um die Talsenke vor der Altstadt zu überwinden, bauten die römischen Ingenieure um die Mitte des 1. Jahrhunderts die 813 Meter lange und bis 28,5 Meter hohe Kanalbrücke. Sie prunkt mit 119 zum Teil zweigeschossigen Bogen. Diese ruhen auf Pfeilern mit einem Mantel aus mörtellos gefügten Granitquadern und einem Kern aus gegossenem antiken Beton.” Nach einer Rekonstruktion der Inschrift durch G. Alföldy wurde der Aquädukt unter dem römischen Kaiser Domitian erbaut und bis zum Jahre 96 weitgehend fertiggestellt. Zu diesem Zeitpunkt starb Domitian unerwartet. Der letzte Akt, nämlich die Anbringung der Bauinschrift, erfolgte wohl durch Trajan, der auch Renovierungsarbeiten durchführen ließ.

Ein solches Bauwerk wie der Aquädukt von Segovia diente nicht nur funktionalen Zwecken der Wasserversorgung. Es war auch eine Demonstration römischer Größe und Macht. Das er gerade hier errichtet wurde, lag wohl weniger an der damaligen Bedeutung der Stadt selbst. Vor der Eroberung durch die Römer 80 v. Chr. war der Ort jedoch ein Zentrum des iberischen Widerstands. Außerdem lag die Stadt an einer wichtigen Straße, die die Provinzhauptstadt Emerita Augusta (Merida) und die Colonia Caesaraugusta (Saragossa) verband. Kein schlechter Platz also, um zu zeigen, wer jetzt das Sagen hat.

Seit 1985 ist der Aquädukt zusammen mit der Altstadt von Segovia UNESCO-Weltkulturerbe. Von Madrid aus in einer guten halben Stunde mit dem Schnellzug zu erreichen. Was es in Segovia sonst noch Sehenswertes gibt, zeigt ein SWR-Beitrag aus dem Jahre 2007.

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