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Jahr: 2015

Eintausend Syrer in Straubing

Nein, dies ist keine aktuelle Flüchtlingsmeldung unserer Tage. Aber es war wohl eine Meldung zu der Zeit, als Straubing noch Sorviodurum hieß und ein römischer Militärstandort in der Provinz Raetien am Limes zu Germanien war.

Die 1000 Syrer waren eine Einheit römischer Hilfstruppen, die zwischen 107 und 116 n. Chr. hierher verlegt worden waren. Bei der Kohorte handelte es sich um die „cohors I Flavia Canathenorum miliaria sagittariorum“, eine teilberittene Spezialeinheit von Bogenschützen. Sie wurde in der römischen Provinz Syria im Gebiet der Stadt Canatha, dem heutigen Qanawat, aufgestellt. Schon die römische Militärbürokratie war ein Meister darin, den Begriff der „heimatnahen Verwendung“ phantasievoll auszulegen. Schließlich konzentrierten die Römer an ihrer östlichen Grenze zwischen Schwarzem und Roten Meer 10 Legionen. Der Bedarf an Truppen und Hilfstruppen war wohl da. Aber vielleicht wollte man auch die Zuverlässigkeit von Einheiten die aus der Gegend kamen, bei Unruhen nicht unnötig auf die Probe stellen. Weiterlesen

Flipboard Magazin

Was ich selber lese oder noch lesen will, sammele ich in meinem Flipboard-Magazin „Unser Römisches Erbe: Römer, Ruinen, Rekonstruktionen“. Schöner Nebeneffekt: Andere können das auch nutzen. Im Browser und als App.

Kleine Stadt ganz groß 

Das kleine belgische Städtchen Tongeren hat es in sich: es ist die älteste Stadt Belgiens und zu römischer Zeit gab es hier den größten Tempelbezirk Nordgalliens. Und als ob das nicht schon genug wäre, wurde das örtliche Museum 2011 als europäisches Museum des Jahres ausgezeichnet. Weiterlesen

Castellum Hoge Woerd

Vor fast 2000 Jahren errichteten die Römer beim heutigen Vleuten, einem Stadtteil von Utrecht, einen befestigten Militärstützpunkt. Der Name des Kastells ist nicht bekannt. Dafür weiß man, wie die hier stationierte Einheit hieß. Es war die cohors I Classica pia fidelis. Eine Marineeinheit, deren Soldaten hier von 40 bis 270 nach Christus Dienst taten. Sie stempelten den Namen ihrer Einheit in Ziegel und ritzten ihn in Holzbalken. Weiterlesen

Der Vahlens Aquädukt in Istanbul

In der Sendung „Das Ende des Alp Atakan“ der ARD-Serie „Mordkommission Istanbul“ sieht man 30 Sekunden den Valens-Aquädukt, während Erol Sander als Kommissar Özakin darüber läuft. 2010 und 2013 war ich in Istanbul und habe mich mit dem sehenswerten römische Erbe dieser schönen Stadt beschäftigt.

„So lange wird Germanien nun schon besiegt“

Genau vor 2000 Jahren, im Jahr 15 n. Chr., sechs Jahre nach der Varusschlacht, stehen wieder Römer im freien Germanien. Es ist der römische Feldherr Nero Claudius Germanicus, der mit seinen Truppen den Ort der Varusschlacht betritt. „Mitten in dem freien Feld lagen die bleichenden Gebeine zerstreut oder in Haufen, je nachdem die Leute geflohen waren oder Widerstand geleistet hatten“, schreibt der römischen Historiker Tacitus. „Dabei lagen Bruchstücke von Waffen und Pferdegerippe, zugleich fanden sich an Baumstämmen angenagelte Köpfe.“ (Annalen) Weiterlesen

Inspirierend: Villa Borg und Römertage

Anfang August war ich bei den Römertagen in der Villa Borg, was mich zu meiner ersten Kurzgeschichte inspiriert hat. Ich habe die Geschichte zur Blütezeit der Villa Borg angesiedelt und mit der XI. Legion verknüpft. Deren Reenactment-Gruppe war beim Römerfest mit dabei.

Die historischen Ereignisse haben – soweit mir bekannt – so stattgefunden. Meinen Protagonisten, einen C. Valerius Julianus, hat es tatsächlich gegeben. Fragmente seines Sarkophags wurden in den achtziger Jahren in Rumänien gefunden. Er diente als Soldat in der XI. Legion. Weiterlesen

Rom – die teuerste TV-Serie

… der Welt ist jeden Dollar wert!

Heute vor 10 Jahren wurde die von HBO, der BBC und der RAI in den Cinecittà Filmstudios produzierte Fernsehserie erstmals ausgestrahlt. „Rom“ erzählt in 22 Folgen die Abenteuer der beiden ungleichen römischen Legionäre Lucius Vorenus und Titus Pullo. Vorenus macht im Militär als auch im zivilen Leben Karriere, ist klug, steht sich aber selbst im Weg. Pullo ist ein Haudrauf und man wundert sich eigentlich, das er die 22 Folgen überlebt. Weiterlesen

Tour: Straßen der Römer

Die „Straßen der Römer“ heißt ein Tourismusprojekt verschiedener Regionen im Südwesten Deutschlands. Über Sehenswürdigkeiten aus römischer Zeit in Trier und im Umkreis von rund 100km informieren ein spezielles Internetangebot und die Broschüre „Salve auf den Straßen der Römer“ aus dem Jahr 2010.

Einige Villen und Tempel, Museen und Rekonstruktionen habe ich mir Anfang August angesehen. Man kann je nach Interesse und Tageslaune einfach kreuz und quer ein paar Ziele ansteuern oder auch zusammengestellten Touren folgen. Weiterlesen

Trier: 100 Jahre Weltstadt

Trier beansprucht, die älteste Stadt Deutschlands zu sein. Nach der Eroberung Galliens wird die Stadt am Ufer der Mosel um 17/16 vor Chr. im Siedlungsgebiet der keltischen Treverer als Augusta Treverorum von den Römern gegründet. Wichtigstes Zeugnis für die Datierung der Gründung der „Stadt des Augustus im Land der Treverer“ ist der Bau der ersten Brücke über die Mosella. Zunächst wird eine Holzbrücke gebaut, später folgen Brücken aus Stein wie bei der heute noch genutzten Römerbrücke in Trier.

Augusta Treverorum wird nach römischen Muster angelegt, Straßen und Häuser aus Stein werden gebaut, Tempel und öffentliche Gebäude errichtet, eine Thermenanlage und ein Amphitheater entstehen im ersten Jahrhundert. Der Lebensstil romanisiert sich, Handwerk und Handel blühen. Wein wird angebaut, die Terra Sigillata-Manufakturen produzieren feinstes Geschirr. Becher und Krüge mit Trinksprüchen („Trink mich“, „Fülle mich nochmals“ …) werden Exportschlager. Weiterlesen