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Asklepieion: Klug kuren auf Kos

Auf vier Ebenen erstreckt sich das Asklepieion, wenige Kilometer südwestlich vor der Stadt Kos.

Im dritten Jahrhundert vor Christus begannen die Griechen mit dem Bau der Anlage, die eine Kombination aus Heiligtum, Krankenhaus, Kurzentrum und Medizinschule war. Unter römischer Herrschaft wurde der Komplex ausgebaut. Selbst die Ruinen vermitteln noch die einstige Pracht und Größe dieser antiken Heileinrichtung. Von ganz oben hat man einen tollen Blick auf die Ägäis und die türkische Küste.

Ganz unten, auf der Grundebene, liegen die Reste der römischen Thermen aus dem 1. Jahrhundert. Von hieraus gelangte man über marmorne Freitreppen auf die drei terrassenartig angelegten Ebenen des Asklepieion. Säulengänge und Hallen umfassten die Terrassenanlagen. Auf der untersten Ebene lagen die Patientenzimmer sowie die Lehrräume der Medizinschule. Behandlungsräume und kleinere Tempel waren im mittleren Bereich angesiedelt. Die oberste Terrasse gehörte dem dorischen Haupttempel, der dem Gott Asklepios geweiht war. Der Mythologie nach, war er ein Sohn des Apollon. Seine Tochter Hygieia gilt als Personifikation der Gesundheit.

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Eine der größten Heilanstalten der Antike und Äskulap Heiligtümer. Hier wurden Kranke nach den Lehren des Arztes Hippokrates behandelt, der auf Kos geboren wurde
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Säulenfragmente und bearbeitete Steine, zum Teil mit Tierköpfen oder geometrischen Mustern, liegen verstreut auf dem Gelände

Die Medizinschule im Asklepieion von Kos war berühmt in der Antike. Der auf Kos geborene Arzt Hippokrates selbst hat sie gegründet und lehrte hier auch. Auf sein Wirken geht die Erkenntnis zurück, das Krankheiten nicht von den Göttern gesandt wurden, sondern auf erklärbare Ursachen zurückzuführen sind und entsprechend behandelt werden können. Tempel für die Götter blieben dennoch wichtig und allgegenwärtig. Kluge Kurgäste bedienten sich der Hilfe der Ärzte und der Götter.

Die berühmte Eidesformel der Mediziner aber stammt wohl nicht von Hippokrates. Dafür aber der folgende Aphorismus:

"Das Leben ist kurz; die Kunst ist lang; der rechte Augenblick geht schnell vorüber; die Erfahrung ist trügerisch, die Entscheidung ist schwierig. Der Arzt muss nicht nur selbst bereit sein, das Erforderliche zu tun, sondern auch der Kranke, seine Umgebung und die äußeren Umstände müssen dazu beitragen."

Wahre Worte, bald 2.500 Jahre alt.

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