Ägypten·Israel·Italien·Römer

Lockdown-Ostern: TV-Tipps für Freunde der Antike

Wieder Ostern, wieder Lockdown, wieder die alten Römer im Fernsehen. Freut euch auf Monumentaldramen und -epen, Bibelactionkrimis und Historienaction. Meine TV-Tipps für Freunde der Antike. Gut geplant, um viel zu sehen.

Der Karfreitag beginnt gleich mit einer schweren Entscheidung: Soll man Spartacus, das Monumentaldrama (USA 1960) schauen und dadurch zu spät zu Auferstanden, dem Bibel-Actionkrimi (USA 2016) kommen und Ben Hur, die Historienaction (USA 2016) ganz verpassen, oder lieber Spartacus sausen lassen? Ein zweiter Blick ins TV-Programm zeigt, man muss auf nichts verzichten. Da SAT.1Gold Spartacus am Samstag wiederholt, kann man am Freitag um 20:15 Uhr auf VOX Ben Hur schauen und im Anschluss daran ebenfalls auf VOX um 22:40 Uhr Auferstanden. Das passt auch thematisch sauberer: Freitag geht es um die Römer und die Christen, Samstag um die Römer und die Gladiatoren. Denn ZDFneo zeigt abends noch Gladiator.

IMG_0224.jpg
Ben Hur, Historienaction USA 2016

Die Neuverfilmung von Ben Hur aus dem Jahr 2016 dreht sich um zwei Freunde, die sich vor dem Hintergrund des aufkommenden Christentums und der römischen Besatzungspolitik in Judäa entzweien. Jeder Kritiker sagt natürlich, dass die Fassung von 1959 mit Charlton Heston besser war. Na klar, das passt bei einem Film der 11 Oscar gewonnen hat immer. Trotzdem: Ben Hur 2016 kommt nicht nur mit dem spektakulären Wagenrennen im Circus bildgewaltig daher. Auch der Einmarsch der Legionäre in Jerusalem und die Seeschlacht sind sehenswert, auch wenn hier wieder das Klischee der Galeerensklaven bedient wird. Mein Fazit: Sehenswert und unterhaltsam. Den Marschgesang der Legionäre zum Mitsingen gibt es hier.

auferstanden1-scaled.jpg
Auferstanden, Bibel-Actionkrimi USA 2016

Auch Auferstanden, die Neuverfilmung des Films Das Ende der Götter aus dem Jahr 2006 bzw. des Films Die Untersuchung aus dem Jahr 1987 kommt bildgewaltig daher. Der Militärtribun Clavius soll im Auftrag des Provinzstatthalters Pontius Pilatus und angesichts des bevorstehenden Besuchs von Kaiser Tiberius in Judäa, Ruhe und Ordnung in der Provinz wiederherstellen. Denn die wird ganz erheblich gestört, durch den Wanderprediger Jeshua, der der einheimische Priesterelite das religiöse Monopol streitig macht. Nach seiner Kreuzigung verschwindet der Leichnam aus einem versiegelten Grab. Auferstehungswunder oder PR-Coup? Mein Fazit: Sehenswert, vor allem, weil die Römer im Grunde dauergenervt von der ganzen Situation sind.

Der TV-Samstag beginnt schon nach dem Mittagessen um 13:45 Uhr mit der Wiederholung von Spartacus. Auch wenn das Monumentaldrama (USA 1960) mit über 3 Stunden eine ziemliche Überlänge hat, ist er doch rechtzeitig vor 20:15 Uhr zu Ende. Dann beginnt nämlich auf ZDFneo der Film Gladiator, das Monumentalepos (USA/GB 2000). Passt natürlich, denn auch Spartacus war ja Gladiator und wie Maximus eher unzufrieden mit seinem Los.

IMG_2412.jpg
Spartacus, Monumentaldrama USA 1960

Der junge Spartacus, Sohn einer Sklavin, wird schon als Kind in die Bergwerke verkauft. Von dort führt ihn sein Schicksal in die Gladiatorenschule des Lentulus Batiatus in Capua. So dumm bist du nicht, du bist sogar schlau. Das ist gefährlich für einen Sklaven, sagt sein Ausbilder, als Spartacus nicht darauf hereinfällt, ihn mit dem Schwert zu attackieren. Nicht immer so schlau ist es, Sklaven als Gladiatoren auszubilden und ihnen beizubringen, den Kopf zu gebrauchen, nicht nur die Muskeln, wie Batiatus ihnen erklärt. Das ist nämlich gefährlich für Sklavenhalter. Irgendwann läuft das Fass über, Spartakus zettelt eine Revolte an. Der Rest ist Geschichte. Wer die nicht kennt, schaut sich den Film an. Mein Fazit: Der Film ist schon ziemlich lang, trotzdem sehenswert, vor allem wegen der Kulissen.

gladiatorostern1.jpg
Gladiator, Monumentalepos USA/GB 2000

Der ehemalige Feldherr Maximus wird nach dem Tod von Kaiser Marc Aurel von dessen Sohn und Nachfolger Commodus zum Tode verurteilt. Maximus kann entkommen, erkämpft sich unerkannt als Gladiator “Der Spanier” in der Arena Ruhm und sinnt auf Rache. Anders als Spartacus, bedient Gladiator trotz des ungewollten Schicksals seines Protagonisten, den Gladiatorenmythos. Hört hin, sagt der Lanista Proximo zu den vor dem Kampf versammelten Gladiatoren über den Lärm der Zuschauermenge: Stoßt das Schwert in das Fleisch eines anderen Mannes. Sie werden euch dafür lieben und euch zujubeln. Und ihr werdet vielleicht Gefallen daran finden. Doch letztlich werden wir alle sterben. Leider können wir uns nicht aussuchen wie. Aber wir können entscheiden, wie wir dem Tod gegenüber treten. Denn nur so bleiben wir in Erinnerung. Als Männer. Mein Fazit: Immer mal wieder sehenswert. Die fünf Oskars gehen in Ordnung.

Das Leben des Brian, Bibelfilmparodie GB 1979

Waren das schon alle TV-Tipps für Freunde der Antike? Nein, denn das Beste kommt wie immer zum Schluß. Am Sonntag folgt noch der Osterklassiker schlechthin: Das Leben des Brian um 20:15 auf RTL2. Die Bibelfilmparodie (GB 1979) nimmt alles auf Schippe und gibt die ultimative Antwort auf die Frage, was die Römer je für uns getan haben. Mein Fazit: Muss man sehen.

Das sind meine TV-Tipps für Freunde der Antike. Viel Spaß!

Weiterlesen:

Hinterlasse einen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.