Römer·Zivil

Antike Entertainment Industrie

Gladiatoren, so schreibt Robert Knapp in seinem Buch Römer im Schatten der Geschichte, waren ausgebildete Unterhaltungskünstler, die in einer Arena zur Belustigung der Menge mit Schwertern und anderen Waffen meist paarweise gegeneinander antraten.

Wenige Gladiatoren wurden dies aus freien Stücken, die meisten waren Sklaven und wurden von ihren Besitzern in die Arenen verkauft. Ihre Manager (lanista) investierten in Ausbildung und Training der Gladiatoren, finanzierten ihren Lebensunterhalt und ihre medizinische Versorgung. An den Siegen des Gladiators und den damit verbundenen Preisgeldern der Veranstalter und Sponsoren verdienten sie kräftig mit. Wahrscheinlich auch am Verkauf von Souvenirs und Merchandising-Produkten, denn Gladiatoren waren Teil einer populären Kultur.

Nicht viele Gladiatoren erkämpfen sich Ruhm und Freiheit. Am Ende der meisten Laufbahnen stand der Tod in der Arena. Eine Inschrift aus Cordoba berichtet:

Ingenuus, aus der Gladiatorenschule ludus gallicus, 25 Jahre alt, Sieger in zwölf Wettkämpfen, von Geburt Germane, liegt hier. Seine Kameraden (familia) errichteten dieses Grabmal auf eigene Kosten. Möge die Erde dir leicht sein!

Einen ganz anderer Teil der antiken Unterhaltungsindustrie stellten die Tänzerinnen und Musiker dar. Nicht nur während religiöser Zeremonien wurde getanzt, die Römer liebten auch Feste und Abendgesellschaften, Theateraufführungen und Events in den Arenen. In Rom ließ sich die begüterte Oberschicht von orientalischen Bauchtänzerinnen aus Syrien oder Flamenco-Tänzerinnen aus Andalusien unterhalten. Gerne betrachtet, wenig sozial geachtet, kann man wohl über die Tänzerinnen sagen. Tanzende Männer waren noch mehr ein no-go. Wollten die Römer etwas als lächerlich bezeichnen, sagten sie, es sei wie “Tanzen in einer Toga”.

Gladiatorengruppe “Ars Dimicandi” aus Mailand und auf Facebook.
Tanzgruppe Danza Antica aus Rovigo und auf Facebook.

Im Archäologischen Museum Frankfurt informiert vom 27. September 2014 bis 1. März 2015 die Sonderausstellung “Gladiatoren. Tod und Triumph im COLOSSEVM“.

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