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Peu à peu

Arles, südfranzösische Gemeinde und einst das kleine Rom Galliens.

Nach und nach hat sich die Stadt ihre heute von vielen Touristen besuchten Kulturstätten aus römischer Zeit zugelegt. 46 v. Chr. wurde Iulia Paterna Arelate Sextanorum von Julius Caesar gegründet. Während der Zeit Kaiser Augustus wurde die Stadt ausgebaut und erhielt ein Theater und ein Forum. Da es am Hang eines Hügels errichtet wurde, brauchte das Forum eine Unterkonstruktion. Heute liegen die Reste dieser Bogengänge gut erhalten gänzlich unter der Erde.

Unter einem der flavischen Kaiser, vielleicht schon zur Zeit Vespasians, wurde ein weiterer Monumentalbau errichtet: das Amphitheater. Seit 1981 ist es Unesco-Weltkulturerbe, Wahrzeichen der Stadt und Publikumsmagnet. Die Rennbahn, der Circus, wurde während der Regierungszeit von Antoninus Pius erbaut. Heute ist davon leider nichts mehr zu sehen. In der Nähe befindet sich dafür seit 1995 das sehenswerte Archäologische Museum. Der Obelisk, der einst die Wendemarke bei den Wagenrennen markierte, steht jetzt vor dem Rathaus.

Vermutlich unter Kaiser Konstantin I. wurden die sogenannten Thermen des Konstantin errichtet, aber ganz sicher ist das nicht. Schön anzusehen sind die Ruinen aus dem 4. Jahrhundert zwischen dem Forum und dem Ufer der Rhone trotzdem. Sie zeugen von einer erneuten Blütezeit, als Arelate Hauptstadt Galliens wurde und der Verwaltungssitz des römischen Westreiches aus Trier hierher verlegt wurde.

Im überschaubaren Altstadtbereich von Arles kann man in wenigen Tagen rund 400 Jahre römischer Geschichte bis zur Spätantike erkunden. Wer Abwechslung mag: Vincent van Gogh hat 1888 ein Jahr in Arles gelebt und gemalt. Unter anderem die “Caféterrasse am Abend“. Das Cafe gibt es heute noch. Es liegt am Place du Forum und man hat von dort einen schönen Blick auf die letzten Reste eines römischen Forumstempel.

Arles, Frankreich. Schätze der Welt - Erbe der Menschheit Folge 124.
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