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Weltfrauentag: Frauen aus der Antike

Der Weltfrauentag ist ein guter Anlass, an einige Frauen aus der Antike zu erinnern: die Soldatenehefrau Claudia Severa, die Sklavin Tays, die Unternehmerin Junia Libertas und die Pristerin Eumachia. Warum weiß man heute noch von Ihnen?

Claudia Severa war nicht nur eine gebildete Römerin, sondern auch Ehefrau eines römischen Offiziers, dem Sie am Ende des ersten Jahrhunderts ins nördliche Britannien folgte. Dort am Ende des Imperium Romanum freute sich Claudia Severa, ihren Geburtstag zusammen mit der Frau eines anderen Garnisonskommandanten zu feiern. Ihr Name ist uns überliefert, weil man das dünne Holztäfelchen ihrer Geburtstagseinladung zusammen mit vielen anderen dieser antiken Briefe in Vindolanda gefunden hat. Der Name ihres Mannes ist nicht mehr bekannt.

Eine Sklavin im römische Ägypten, nennen wir Sie Tays, wurde von ihrem Eigentümer an einen ortsansässigen Weber zur Ausbildung vermietet. Der Weber musste seiner neuen Auszubildenden Kost und Logis stellen und acht Tage Jahresurlaub gewähren. Mit ihrem Eigentümer vereinbarte er einen monatlichen Geldbetrag und sicherte ihm vertraglich zu, dass Tays bei Bedarf freigestellt würde, um im Haus ihres Eigentümers Brot zu backen, ohne das dies die monatliche Geldzahlung mindert. Weil Teile des Papyrus ihres Ausbildungsvertrages erhalten geblieben sind, weiß man von ihr. Leider fehlt der Teil mit ihrem Namen.

Junia Libertas war eine wohlhabende Unternehmerin aus der Hafenstadt Ostia vor den Toren Roms. Sie vermachte per Testament ihren männlichen und weiblichen Freigelassenen (ehem. Sklaven) sowie deren Nachkommen den Nießbrauch mehrerer Häuser, Nutzgärten und Läden. Wenn niemand mehr ein Nutzungsrecht geltend macht, fällt ihr Eigentum an die Gemeinde Ostia. Junia Libertas war selbst Freigeborene, vielleicht sogar römische Bürgerin und lebte wohl im zweiten Jahrhundert. Sie ist der Nachwelt aufgrund ihrer Grabinschrift bekannt.

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Römerin mit Hals- und Körperkette

Eumachia war die Tochter eines reichen Ziegeleibesitzers aus Kampanien und heiratete zur Zeit Kaiser Augustus in eine bedeutende pompejanische Familie ein. Sie wurde eine Priesterin der Venus. Nach dem Tod ihres Mannes erbte Eumachia dessen Wollhandelsunternehmen und wurde zu eine der einflussreichsten Persönlichkeiten Pompejis. Sie ließ ein großes Gebäude auf dem Forum errichten und stiftete es dem collegium der Tuchhändler und Färber, deren Patronin sie war. Man weiß von ihr, weil der Verein der Tuchhändler und Färber ihr aus Dankbarkeit eine Statue mit Inschrift widmete, die erhalten geblieben ist.

Über Frauen aus der Antike, insbesondere der Römerzeit, informiert sehr kundig und anschaulich der Verein Raetici Romani – Veterani Rapacis et Primigeniae. Die Vereinsmitglieder schlüpfen als Reenactors in historische Rollen. Hier bei der Modenschau beim Römerfest in Kempten.

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