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Ara Pacis Augustae: Altar des Friedens des Augustus

„Mit neunzehn Jahren habe ich aus privater Initiative und aus eigenen Mitteln ein Heer aufgestellt, mit dem ich dem Staatswesen, das durch die Gewaltherrschaft einer politischen Machtgruppe unterdrückt wurde, die Freiheit wiedergab.“

Tja, da werden die meisten von uns wohl nicht mithalten können. Augustus war ein Meister der öffentlichen Darstellung und die „Die Taten des vergöttlichten Augustus“, die Res Gestae Divi Augusti, sind in diesem Sinne von ihm verfasst worden. Das der Text heute die Außenmauer des Museums schmücken kann, ist einem glücklichen Umstand zu verdanken: Teile von Kopien in verschiedenen Orten des Imperium Romanum blieben erhalten.

Die Ara Pacis Augustae, der Altar des Friedens des Augustus, gilt als das erste Denkmal einer öffentlichen politischen Selbstdarstellung eines römischen Herrschers. Der römische Senat gab ihn 13 vor Chr. in Auftrag und widmete ihn Kaiser Augustus, der nach seinen Siegen über iberische und gallische Stämme nach Rom zurückgekehrt war. Am Geburtstag seiner Frau Livia wurde der Altar auf dem Marsfeld am 30. Januar 9 v. Chr. eingeweiht und hatte vor allem eine Botschaft: Dank Augustus ist der jahrzehntelange Bürgerkrieg der ausgehenden Republik zu Ende, die Provinzen sind befriedet. Die Pax Augusta verspricht Stabilität, Wohlstand und eine kulturelle Blütezeit.

Die Reliefs der Umfassungsmauer zeigen auf der Südseite die Familie des Augustus. An der Spitze Augustus selbst und wohl auch seine Ehefrau Livia. Leider ist das Prozessionsrelief am Anfang nur unvollständig erhalten. Gut zu identifizieren ist Marcus Agrippa, Augustus Schwiegersohn, Kampfgefährte und enger Vertrauter. An seine Toga klammert sich ein kleiner Junge, vermutlich sein Sohn Lucius Caesar, der zu seiner Mutter Julia aufblickt. Neben ihr Antonia die Jüngere, Tochter von Marcus Antonius und Augustus Schwester, mit ihrem Ehemann Drusus (Stiefsohn des Kaisers Augustus) und ihrem damals zweijährigen Sohn Germanicus. Am Ende der Prozession sind Antonia die Ältere (die Schwester der jüngeren Antonia) mit ihrem Ehemann Lucius Domitius Ahenobarbus und ihren Kindern zu sehen. Ihr gemeinsamer Sohn heiratete später Agrippina die Jüngere, eine Tochter des Germanicus. Die bekommt einen Sohn, den späteren römischer Kaiser Nero. Der ältere Mann zwischen den beiden ist wahrscheinlich Maecenas, ein weiterer Freund und enger Vertrauter des Augustus und Förderer der schönen Künste.

Unter Mussolini wurden die Reste des Alters an seinem ursprünglichen Fundort geborgen. Durch die Rückführung vieler weltweit verstreuter Objekte aus früheren Funden, konnte die Ara Pacis Augustae fast vollständig wieder zusammengesetzt werden. Man wählte dazu einen Platz nahe des Augustus-Mausoleums und baute einen weitgehend gläsernen Pavillon um den Altar. Mausoleum und Altar wurden in das Gebäudeensemble der Piazza Augusto Imperatore integriert. Als Hitler Mussolini 1983 in Rom besuchte, inszenierte das italienische Regime die Verschmelzung antiker Größe mit faschistischer Modernität. Das Foto zeigt Mussolini und Hitler vor dem Tellus-Relief.

Heute ist die Ara Pacis Augustae im 2006 neu eröffneten Museo dell’ Ara Pacis zu bewundern. In unmittelbarer Nachbarschaft liegt die Baustelle des Augustusmausoleum. Das kreisförmige Grabmal wird zurzeit dank der Spenden von Unternehmen restauriert und soll – nach 80 Jahren – demnächst wieder für Besucher zugänglich sein.

Zur Einheit des Augustusmausoleum und dem Altar des Friedens gehörte damals noch eine Sonnenuhr. Als Schattenwerfer diente ein Obelisk, der heute auf der Piazza di Montecitorio vor dem talienischen Parlament steht. Wie das alles zusammenhing und vor 2000 Jahren aussah, zeigt das Video von Altair4 Multimedia.

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