Römer

Berlins braune Bronzen

Nicht an besonders prominenten Plätzen, eher abseits platziert wurden sie, die Statuen von Ares, Diana und Apoll. Das hat vielleicht mit ihrem letzten Besitzer zu tun. Der ehemalige Reichsmarschall Hermann Göring hatte sie sich unter den Nagel gerissen: Berlins braune Bronzen.

Der Guss aus Bronze der Marmorstatue Ares Ludovisi war in den 1930er Jahren im Besitz Hermann Görings und gehörte zu dessen Sammlung auf seinem Landsitz in der Schorfheide. Seit 1964 hat das Standbild des griechischen Kriegsgottes seinen Platz in der Grünanlage der Zitadelle Spandau.

Auch die Bronzestatue der Jagdgöttin Diana befand sich zwischenzeitlich in Görings Sammlung und wurde 1963 im Wröhmännerpark in Spandau aufgestellt. Da die Statue einst in der Geburtsstadt des Künstlers, im westpreußischen Elbing stand, fordert aktuell der Stadtrat der heute polnischen Stadt Elbląg die Bronze zurück. Genau genommen, ist die Diana im Wröhmännerpark bereits eine Kopie. Die Original-Diana von Reinhold Felderhoff befindet sich im Kolonnadenhof auf der Museumsinsel.

Dianas Zwillingsbruder Apoll war der Dritte im Bunde, der in Carinhall Görings zusammengeklaute Sammlung schmückte. Seit 1964 hat Apollon mit der Kithara nun seinen Platz auf der Wiese an der Heerstraße / Ecke Pichelsdorfer Straße im Berliner Bezirk Spandau.

Weitere Bronzestatuen mit Motiven aus der Antike befinden sich in der Nähe des Berliner Olympiastadions. Hinter dem Haus des Sports stehen die Bronzeabgüsse von zwei aus der Antike weltbekannten Skulpturen: der Faustkämpfer vom Quirinal und der Schaber von Ephesus. Die Originale befinden sich in Rom im Palazzo Massimo bzw. in Wien im Ephesus-Museum. Beide Skulpturen kamen 1936 nach Berlin.

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Bronzestatuen vor dem Berliner Olympiastadion

Vor dem Haus des Sports steht im Atriumhof die Bronzestatue Eine Frage von Reinhold Böltzig. Das dargestellte junge Liebespaar kam mit dem Umzug der Sportjugend Berlin von Spandau zum Olympiastadion. Zuvor befand sie sich Jahrzehnte im verwilderten Garten eines schlossähnlichen Anwesens in Berlin-Zehlendorf.

Die überlebensgroße Skulptur des Diskuswerfers wurde 1927 von dem Zigarettenfabrikanten Phillip Reemtsma der damaligen Deutschen Hochschule für Leibesübungen gestiftet. Heute steht sie auf der oberen Terrasse hinter dem Haus des Sports. Die Bronze ist das Werk von Wolfgang Schaper, Sohn des berühmten Bildhauers aus der Kaiserzeit Fritz Schaper.

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